Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.07.2019


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Das Mölstal: Auch im Sommer wunderschön

Die Almrosen im Mölstal stehen in voller Blüte, der Mölssee lädt zum Entspannen ein. Die Rundwanderung führt über die Lizumer Hütte wieder retour zum Ausgangspunkt.

Der idyllische Mölssee.

© RappDer idyllische Mölssee.



Von Irene Rapp

Wattenberg – Die Wattener Lizum kennen Skitourengeher vor allem vom Winter – mit Eiskarspitze, Geier, Torspitze (Tuxer Alpen) usw. locken viele Ziele rund um den Truppenübungsplatz Lizum-Walchen in das Hochtal. Im Sommer verirren sich schon weniger Menschen hierher – dabei hat die Gegend auch zu dieser Zeit viel zu bieten.

Im Mölstal etwa, das gleich nach dem Lager Walchen rechts abzweigt, blühen derzeit die Almrosen und viele andere Blumen. An einigen – höheren – Stellen liegt noch Schnee, doch bei der vorgestellten Rundwanderung kommt man damit nicht in Berührung. Der Truppenübungsplatz ist übrigens der zweitgrößte in Österreich und vor allem im Sommer sieht man, welche Infrastruktur das Militär errichtet hat: Breite Forstwege führen bis in hohe Höhen, Stellungen sind ebenso zu finden wie militärische Posten. Bei unserer Rundwanderung begegneten wir Soldaten, die Munition einsammelten und entschärften. Infos darüber, auf welchen Wegen man sich bewegen darf und wo nicht, liefert u. a. eine große Tafel gleich nach dem Parkplatz beim Lager Walchen. Auskünfte erteilen aber auch die Wirte der Lizumer Hütte.

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Hier finden Sie den Track zur Tour.

Unsere Rundwanderung führte am vergangenen Wochenende durch das Mölstal zum Mölssee, über die Mölser Scharte zur Lizumer Hütte und retour. Eine schöne, alpinistisch nicht schwierige Wanderung – wenngleich ein wenig lange. Dafür kann man am Mölssee und in der Lizumer Hütte wieder Kraft tanken.

Bei dieser Alm zweigt man im Mölstal ins Gelände ab.
Bei dieser Alm zweigt man im Mölstal ins Gelände ab.
- Rapp

So kommt man hin: Zunächst fährt man über Wattens und Wattenberg (wegen einer Baustelle zu Beginn Umfahrung über Vögelsberg) zum Parkplatz am Lager Walchen. Hier lässt man das Auto stehen und passiert den Schranken zum militärischen Gelände. Kurz taleinwärts und nicht – wie im Winter – links den Bach entlang, sondern rechts an den Gebäuden vorbei und gleich dahinter in einen Weg in das Mölstal einbiegen.

Zunächst geht es auf einer Forststraße stetig ansteigend in das Tal hinein. Vorbei an Almgebäuden (links) kann man rechts Malgrübler (2749 m) und Haneburger (2596 m) erkennen. Noch mehr von diesem wildromantischen Tal sieht man, wenn man das baumlose Gelände erreicht. Von überallher schießen Bäche herab, am Ende des Mölstals fällt eine markante Geländestufe auf, von der Wasserfälle herabdonnern. Nach rund einer Stunde erreicht man ein weiteres Almdorf, hier heißt es links abbiegen ins Gelände. Am Anfang kann man den Steig kaum erkennen, man muss dann kurz wieder talauswärts und einen Bach überqueren. Gleich danach ist die Markierung gut sichtbar, gemütlich ansteigend geht es nun hinauf zum romantisch gelegenen Mölssee auf 2280 Metern Höhe. Im kleinen Gewässer kann man Fische erkennen, laut Wikipedia hat der See Trinkwasserqualität, auch seine Abmessungen sind hier zu erfahren: Länge: 200 Meter, Breite: 55 Meter.

Weiter geht es am See vorbei in Richtung Scharte, wo man schon ein kleines Gebäude erkennen kann. Gemütlich ansteigend den Steig hinauf, je weiter man nach oben kommt, desto mehr kleine Seen und Lacken kann man erkennen.

Das Kreuz des Skispitzls ist klein, aber fein.
Das Kreuz des Skispitzls ist klein, aber fein.
- Rapp

Auf der Mölser Scharte mit dem kleinen militärischen Hüttchen angekommen, hat man dann erstmals einen Ausblick in das Tal der Wattener Lizum: Links erheben sich die militärischen Gebäude, rechts erkennt man die Lizumer Hütte des Österreichischen Alpenvereins.

Von der Scharte zieht sich links hinab ein markierter Steig, den durften wir allerdings zuletzt nicht benutzen, da das Militär dort im Einsatz war. Daher hielten wir uns rechts und marschierten am breiten Kamm entlang auf das so genannte Skispitzl (2450 m) mit kleinem Kreuz und einigen Stellungen. Die Mölser Sonnenspitze (2496 m) kann man auch gut erkennen – beides sind im Winter beliebte Skitourenziele.

Steht man auf der Mölser Scharte, blickt man auf die militärischen Gebäude (links), rechts Lizumer Hütte, dahinter die Kalkwand (2826 m).
Steht man auf der Mölser Scharte, blickt man auf die militärischen Gebäude (links), rechts Lizumer Hütte, dahinter die Kalkwand (2826 m).
- Rapp

Über einen kleinen Steig hinab auf die Forststraße, dann an einer Alm vorbei talwärts. Bei einer unübersehbaren Markierung (Wegweiser) zweigt man rechts ins Gelände auf einen Steig ab und marschiert in wenigen Minuten zur Lizumer Hütte hinunter.

Dort sind seit heuer neue Pächter im Einsatz – und zwar der Absamer Lukas Aichhorn sowie der Passauer Tobias Spechter. „Wir haben uns im Vorjahr beim Arbeiten auf der Regensburger Hütte kennen gelernt und beschlossen, uns selbstständig zu machen“, erzählt Spechter. Beiden ist die Gastfreundschaft wichtig, punkten wollen sie zudem mit qualitativ hochwertiger, bodenständiger Tiroler Küche. Aichhorn, ausgebildeter Koch, sorgt für die Gaumenfreuden, Spechter ist außerhalb der Hütte der Organisator.

Zurück zum Ausgangspunkt ging es dann auf dem wunderschönen Lizumer Zirbenweg: dazu kurz talauswärts und hinter den Gebäuden des Truppenübungsplatzes Lizum auf einen Steig. Dann über sanft gestuftes wunderschönes Gelände hinunter zu Almen und an der Stieralm vorbei zum Parkplatz retour.

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