Letztes Update am So, 28.07.2019 15:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freizeit

Nackt hat ausgedient: FKK liegt nicht mehr im Trend

FKK könnte bald in der Bedeutungslosigkeit versinken. Lediglich in der Stadt nimmt die Beliebtheit der Freikörperkultur wieder zu.

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© APA/dpa/Franziska Kraufmann(Symbolfoto)



München – Die Temperaturen steigen – die Kleidung fällt? Das stimmt nur bedingt. Nach Expertenmeinung droht FKK in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. „FKK ist überhaupt kein Trend mehr. Die Geschichte der Freikörperkultur ist in eine neue Etappe eingetreten“, sagt der Leipziger Sexualforscher Kurt Starke.

Die Kennzeichen dieser Etappe: „Unwesentlichkeit“ und ein neues „Nacktheitstabu“. „FKK ist irgendwie altmodisch und zugleich deliberalisiert. Eine der größten und beliebtesten FKK-Paradiese im Osten war Prerow/Darß“, sagt Starke. „Heute ist FKK dort reduziert auf einen kurzen Abschnitt und kombiniert mit dem Hundestrand.“ Sogar der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK), der in diesem Jahr 70 wird und nach Verbandsangaben mehr als 30.000 Naturisten vertritt, stellt fest: „Naturismus hat aber sicherlich nicht mehr den gleichen Stellenwert wie vor einigen Jahrzehnten, was mit der gesellschaftlichen Entwicklung als Solche zusammenhängen könnte.“

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Doch der neue DFK-Vorsitzende Wilfried Blaschke hat Hoffnung: Zwar werde die FKK-Bewegung auf dem Land „alt und immer älter“. Aber: „Wir haben ein Gefälle zwischen Stadt und Land – und in der Stadt ist es deutlich wieder am steigen. Die Stadt ist liberaler geworden, das Land ist da, wo es immer war“, sagt Blaschke. „Die Leuten, die sich dazu wieder hingezogen fühlen, sind junge Familien.“ (APA/dpa)