Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.08.2019


Tourentipp

Von Ost- nach Südtirol: Zwei Täler, zwei Länder erwandern

Von Hopfgarten im Defereggen bis Niederrasen im Südtiroler Antholzertal führt der neue 2TälerTrail. 90 Kilometer und rund 30 Stunden Gehzeit sind zu bewältigen, „Solder“ laden unterwegs zur Rast ein.

Blick auf zwei Länder: Vom Obersee in Osttirol führt die vierte Etappe des 2TälerTrails weiter zum Antholzersee in Südtirol (siehe unten).

© TVBOBlick auf zwei Länder: Vom Obersee in Osttirol führt die vierte Etappe des 2TälerTrails weiter zum Antholzersee in Südtirol (siehe unten).



Von Catharina Oblasser

St. Jakob i. D. – Weitwandern ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Touristiker aus Ost- und Südtirol haben sich nun für ein neues Projekt zusammengeschlossen, das den Namen „2TälerTrail“ trägt und vom Osttiroler Defereggen ins Südtiroler Antholzertal führt. Kürzlich stellten der Tourismusverband Osttirol (TVBO) und der Tourismusverein Antholzertal den neuen Weitwanderweg vor, Ort der Präsentation war der Obersee am Staller Sattel, wo die Grenze zwischen den beiden Regionen verläuft.

„Der 2TälerTrail hat sechs Tagesetappen, jede steht unter einem eigenen Motto, das zur Landschaft und zur Wegstrecke passt“, erläutert Projektleiter Otto Trauner vom TVBO. So heißt die erste Etappe von Hopfgarten nach St. Veit „Bei den Bergbauern“, die vierte, die von St. Jakob zum Antholzer See führt, „Auf den Spuren der Schmuggler“. Der gesamte Trail ist 90 Kilometer lang, die Gehzeit beträgt rund 30 Stunden, und es sind 5575 Höhenmeter im Aufstieg sowie 5705 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. „Ein Großteil der Wege war schon vorhanden“, berichtet Trauner weiter. „Manche Strecken mussten wir adaptieren, einige sogar neu anlegen.“ Der Wegverlauf und weitere Details sind unter maps.osttirol.com zu finden.

Antholzersee in Südtirol.
Antholzersee in Südtirol.
- TVBO

Eine Besonderheit des 2TälerTrails stellen die nachgebauten hölzernen Balkone dar, die im Dialekt „Solder“ genannt werden. Sie befinden sich an Aussichtspunkten der Wegstrecke, informieren mit Schautafeln über die umliegenden Berge und sind in Südtirol aus Lärche, in Osttirol aus Zirbe gefertigt.

Die Projektkosten betragen 160.000 Euro, führt TVBO-Obmann Franz Theurl aus. „Zwei Drittel davon übernimmt Osttirol, ein Drittel Südtirol.“ Ein Großteil des Geldes soll aus den Interreg-Töpfen der EU kommen. Georg Zingerle, Leiter des Tourismusvereins Antholzertal, lobt die gute Zusammenarbeit. „Vielleicht folgen noch weitere gemeinsame Projekte“, hofft er.

Am Anfang bzw. Ende der Etappen gibt es Unterkünfte, in denen die Wanderer übernachten können. Die Vermieter sollen sich darum kümmern, dass das nicht benötigte Gepäck der Weitwanderer von einer Unterkunft zur nächsten transportiert wird, lautet der Plan.

Auf Südtiroler Seite wird bereits an einem Shuttle-System gearbeitet, das die Etappen-Endpunkte mit dem öffentlichen Verkehr verbindet. „Diese Anbindungen müssen in den Taktverkehr hineinpassen“, erklärt Thomas Schuster, Bürgermeister von Rasen-Antholz.

TVBO-Obmann Franz Theurl (l.) und Georg Zingerle vom Tourismusverein Antholz präsentieren das Projekt.
TVBO-Obmann Franz Theurl (l.) und Georg Zingerle vom Tourismusverein Antholz präsentieren das Projekt.
- Oblasser