Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.10.2019


Osttirol

Erste Judo-Volksschule Tirols steht in Gaimberg

Die 33 Kinder der Volksschule Grafendorf-Gaimberg haben einmal pro Woche Judo. Eine Kooperation mit dem Judoverein ermöglicht dies.

Die Kinder der Volksschule Grafendorf-Gaimberg warten gespannt auf den Judo-Unterricht mit Trainer Leonhard Unterrainer.

© OblasserDie Kinder der Volksschule Grafendorf-Gaimberg warten gespannt auf den Judo-Unterricht mit Trainer Leonhard Unterrainer.



Von Catharina Oblasser

Gaimberg – In einer Reihe sitzen die Mädchen und Buben der Volksschule Grafendorf, Gemeinde Gaimberg, auf dem blauen Mattenboden. Gekleidet in weiße Kimonos und die Hände auf den Oberschenkeln beobachten sie genau, was die Trainer Leonhard Unterrainer und Jakob Berger vorzeigen. Konzentration, eine Verbeugung, dann ist wieder ein Spiel angesagt.

Was da im Turnsaal vor sich geht, ist Teil eines neuen Schul-Schwerpunktes. Neben der Musik ist bei den Gaimberger Kindern ab heuer auch Judo ein Spezialgebiet im Unterricht. Die 33 Kinder, die in zwei Klassen unterrichtet werden, haben jeden Donnerstag eine Judo-Stunde, zusätzlich zum regulären Sportunterricht. Zuerst kommen die Jüngeren an die Reihe, dann die Älteren. Sogar die zehn Gaimberger Kindergartenkinder dürfen mitmachen: Für sie gibt es eine „Pre-Judo-Stunde“, die auf spielerische Art an den Sport heranführt.

„Die Kinder sind begeistert“, erklären die beiden Schulleiterinnen Maria Thor-Frank und Elisabeth Holzer einstimmig. „Diese Turnstunden sind für sie das Größte.“ Elisabeth Bachler, Leiterin der Bildungsdirektion, lobt die Initiative: „Judo fördert, wie jeder Sport, die Konzentration und Koordination. Es ist bewiesen, dass dies den Kindern beim Lernen hilft.“

Leonhard Unterrainer, Obmann des Osttiroler Judovereins, beschreibt den Unterricht: „Judo trainiert den ganzen Körper und schult die Motorik. Anfangs lernen die Kinder erst einmal die richtige Falltechnik und wie man sich abrollt.“ Die Kooperation mit der Volksschule hat auch für den Judoverein Vorteile: In der Gaimberger Turnhalle dürfen die Judokas trainieren und haben so eine fixe Basis, die sie bisher nicht hatten. Das wiederum bringt der Gemeinde Mieteinnahmen für die neue Turnhalle, die 1,4 Millionen Euro gekostet hat.

„Wir wollen den jungen Familien in Gaimberg etwas bieten“, meint Bürgermeister Bernhard Webhofer. Damit werde die Gemeinde aufgewertet.




Kommentieren


Schlagworte