Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.11.2019


Bezirk Landeck

Ischgler Biker auf „Monarchie-Zeitreise“

Erwin Cimarolli, Altbürgermeister und seit Jahren begeisterter E-Biker, strampelte sich kürzlich neun Tage den Po entlang ab

Engelbert Rinner (l.) und Erwin Cimarolli, begeisterte E-Biker aus Ischgl, starteten ihre Kultur-Tour an der Po-Quelle in den Cottischen Alpen.

© Engelbert Rinner (l.) und Erwin Cimarolli, begeisterte E-Biker aus Ischgl, starteten ihre Kultur-Tour an der Po-Quelle in den Cottischen Alpen.



Ischgl – Sein Tourenbuch ist um ein neues Kapitel reicher: Erwin Cimarolli (77), Altbürgermeister von Ischgl und seit Jahren begeisterter E-Biker, strampelte sich kürzlich neun Tage den Po entlang ab – auf Pfaden in Norditalie­n, das anno dazumal Teil der Habsburger-Monarchie war. Begleitet hat ihn der Ischgler Engelbert Rinner. Die Tour der beiden begann in 2022 Meter Seehöhe, am Ursprung des Po in den Cottischen Alpen an der Grenze zu Frankreich. „Wir haben dort köstliches Quellwasser in unsere Trinkflaschen gefasst. Dass die Wasserqualität an der Po-Mündung dann weniger optimal war, habe ich neun Tage später gesehen“, bemerkte der Altbürgermeister.

In neun Tagesetappen ging es auf einer 800-Kilometer-Strecke weiter bis zum großen Mündungsdelta des Po an der Adria. Über weite Strecken – von der Lombardei bis Venetien – war das E-Biker-Duo auf Radwegen unweit des Po-Ufers unterwegs. „Wer sich für Geschichte interessiert, findet zahlreiche Spuren aus der Zeit der Habsburger-Monarchie“, schilderte Cimaroll­i, der früher Chronist in seinem Heimatdorf war. Womit ein Abstecher nach Mantua zum Andreas-Hofer-Denkmal geradezu eine Verpflichtung bedeutete. „Man verneigt sich dort vor dieser großen Tiroler Persönlichkeit, die in einem Marmor-Denkmal dargestellt ist.“ Danach habe man sich bei der „Po-Prozession“ in der kleinen Filmstadt Brescello („Don Camillo und Peppone“) am Ufer des Po den Segen für die Radreise geholt.

„Mit dem Rad unterwegs sein heißt Entschleunigung“, resümiert das Duo nach der Rückkehr. „So haben wir zu verstehen versucht, wie der längste Fluss Italien zur Lebensader der reichsten Landwirtschafts- und Industrieregion des Landes geworden ist.“ Wieder entdeckte man einen historischen Anknüpfungspunkt zur Habsburger-Monarchie: Es war der Öster­reichische Lloyd, der die Po-Schifffahrt 1852 neu organisiert hatte. (hwe)

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