Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.01.2015


Freizeit

Rodeln oberhalb von Münster

Rodeln in diesen Tagen? Ein Traum! Die TT hat die Rodelbahn Höllenstein in Münster erkundet. Kurzbewertung: besuchenswert.

© RappDer Startpunkt der Rodelstrecke, von hier aus führt auch eine Familien-Rodelbahn hinunter in den Ort.



Von Irene Rapp

Münster – Donnerstag, 1. Jänner 2015, 9.30 Uhr. Über dem Inntal liegt eine Nebeldecke, beim Start zur Rodelpartie oberhalb von Münster beginnt sich diese langsam zu lichten. Und dann fühlt man sich ins Winterwonderland versetzt: Schnee in Hülle und Fülle, die Szenerie erinnert an einen kitschigen Heimatfilm.

Dietmar Philipps Freude über die weiße Pracht ist daher verständlich. Vor allem deshalb, weil im letzten schneearmen Winter die südseitig ausgerichtete Rodelbahn Höllenstein nicht befahrbar war, wie der Obmann des Rodelvereins Raika Münster erzählt. Doch heuer ist alles anders. Und die Bahn „in einem Top-Zustand“, wie Philipp schwärmt. 260 Mitglieder zählt der Verein, den es seit 30 Jahren gibt. Alles Leute, die sich für ihr Hobby groß engagieren. Am Beginn der Strecke gibt es etwa eine winzige Hütte, in der ausgeschenkt wird. Auch die Bahn wird von Mitgliedern präpariert. „Und wir organisieren Rodelrennen für Vereine und die Volksschule.“

So kommt man hin: Am Beginn der Rodelbahn Höllenstein gibt es einen kleinen, gebührenfreien Parkplatz. Von dort zieht sich der bestens präparierte Weg zunächst vorbei an der Rodelhütte und einem kleinen Lift in einigen wenigen Kehren stetig bergauf. Am gestrigen Neujahrstag boten sich dabei immer wieder tolle Ausblicke auf das Inn- und Zillertal. Faszinierend auch die zum Greifen nahen Bergwände, die sich nordwärts erheben.

Vorbei geht es an der Rodelhütte (links) und einem kleinen Lift samt super Piste.
- Rapp

Nach 2,3 Kilometern hat man dann das Ende der Bahn erreicht (Gehzeit: rund 1 Stunde), dort steht eine weitere kleine Hütte. Am gestrigen Donnerstag verlängerten wir aber das Vergnügen, weil es so schön war: Weiter ging es auf einem nicht mehr präparierten, aber mit der Rodel gut befahrbaren Weg aufwärts. Dann führte ein kurzes Stück fast eben durch den Wald, und plötzlich landete man auf dem Rodelweg, der von Wiesing heraufführt. Auf diesem marschierten wir aufwärts, bis wir bei der Schichtalm anlangten. Diese kleine Privathütte stach vor allem durch ihr Vogelhäuschen und zahlreiche gesammelte Tierknochen ins Auge.

Nicht zu vergessen die Abfahrt: Bis zum Beginn der präparierten Höllenstein-Bahn musste zwar zweimal abgestiegen werden. Dann jedoch war die Fahrt auf der unschwierigen Bahn ein flotter Genuss.

Die Bahn Höllenstein oberhalb von Münster bietet immer wieder traumhafte Ausblicke.
- Rapp

Infos zur Rodelbahn Höllenstein

Ausgangspunkt: Im Ortszentrum von Münster bei der Sparkasse links hinauf, dann gleich bei der Turnhalle die linke Straße wählen. Nun immer der Beschilderung Rodelbahn folgen, das Auto schließlich auf einem kleinen gebührenfreien Parkplatz im Weiler Höllenstein (630 m) parken.

Rodelbahn: Die Rodelbahn Höllenstein (Rofangebirge) ist 2,3 Kilometer lang (220 Höhenmeter), nie sehr steil, mit wenigen Kurven und daher nicht schwer zu befahren. Einkehrmöglichkeit in der Hütte des Vereins (www.rvmuenster.at) oder im Ort. Zur Schichtalm sind es weitere 1,6 km (175 Höhenmeter).


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