Letztes Update am So, 20.05.2018 14:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TV-Koch

Jamie Oliver: „Haben viele Fehler gemacht“

Der britische TV-Koch sprach in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ über die Krise seiner Restaurant-Kette „Jamie‘s Italian“ und wie sich seine Prioritäten verschoben haben.

© AFP/Ben StansallTV-Koch, Kochbuchautor und Unternehmer: Jamie Oliver.



Wien – „Wir haben viele Fehler gemacht.“ Das räumte der britische TV-Koch, Kochbuchautor und Unternehmer Jamie Oliver am Sonntag in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ in Bezug auf die Krise seiner Restaurant-Kette „Jamie‘s Italian“ ein.

Zwölf „Jamie‘s Italian“-Restaurants in Großbritannien und ein Restaurant in Australien mussten zusperren. „Die Restaurants, die wir geschlossen haben, haben wir in einer Zeit eröffnet, als wir sehr zuversichtlich waren“, sagte der 43-Jährige im Gespräch mit Claudia Stöckl. Langfristige Verträge über teure Mieten und das Prinzip, in seinen Restaurants hochwertige Produkte zu verwenden, hätten Kosten verursacht, die durch Einnahmen nicht zu decken gewesen seien.

Ein hartes, aber auch glückliches Jahr

„Für mich war das ganze Jahr mit den Restaurants extrem hart, aber zur selben Zeit, in den anderen Bereichen meiner Welt, wo es um Medien geht, Bücher und Fernsehen, hatten wir das produktivste, glücklichste und auch erfolgreichste Jahr überhaupt“, sagte Oliver, für den sich die Prioritäten nach eigenen Angaben in den letzten eineinhalb Jahren durch Krankheits- und Todesfälle in seiner Familie und im Freundeskreis stark verschoben haben. „Das waren schon existenzielle Erlebnisse, die meine Perspektiven verändert haben, zum Besseren. Ich meine, das Business ist am Ende des Tages Bullshit, meine Frau Jools und ich haben darüber gesprochen: Wenn mein ganzes Geschäft morgen weg wäre, dann würde ich eben wieder in irgendeiner Restaurant-Küche arbeiten.“

Jamie Oliver hat 40 Millionen Kochbücher verkauft, seine TV-Show wird in 50 Ländern ausgestrahlt. Als Ziel nannte der Brite die Weiterführung seiner Mission: „Der einzig wahre Grund, warum ich arbeite, ist, dass wir die Anzahl der fettleibigen Kinder bis 2030 halbieren wollen.“ (APA)