Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.06.2018


Genuss

Tiroler mixte sich zum Weltfinale

Beim „World Class“-Bewerb für Bartender in Wien standen zwei Innsbrucker im Finale. Die besten Cocktails des Landes kommen nun erstmals aus Tirol.

© medianomia



Von Markus Stegmayr

Wien – Geheimniskrämerei bezüglich der eigenen Cocktail-Kreationen gibt es unter den beiden Innsbrucker Top-Bartendern, Kostas Karvounis von der Bar des „Stage 12“ und Damir Busic vom „Eckstein“, nicht. Man sei gut befreundet. Auch nach Wien ist man mit dem Zug gemeinsam angereist – mit dem erklärten Ziel, zu gewinnen. „Innsbruck gegen Wien“, gaben sie vor der Reise kämpferisch, aber nicht ganz bierernst gemeint als Motto aus.

Tatsächlich kam es im Finale zu einem Showdown zwischen den beiden Städten. Von den acht Bartender-Finalisten kamen ganze sechs Personen aus Wien. Schließlich aber ging Damir Busic siegreich aus dem Städtekampf hervor. Nun darf sich der Tiroler mit kroatischen Wurzeln, der vor seiner Zeit in Innsbruck drei Jahre lang in Hongkong gearbeitet hat, „World Class Bartender Austria 2018“ nennen.

Es war das erste Mal seit dem zehnjährigen Bestehen des Wettbewerbs, bei dem die Bartender zahlreiche „Challenges“ absolvieren müssen, dass die Trophäe nach Tirol ging. „Innsbruck liegt in Sachen Drink- und Cocktail-Kultur österreichweit nach Wien auf Platz zwei“, sagt Karvounis selbstbewusst.

In Sachen Beschaffenheit eines herausragenden Drinks oder Cocktails herrscht bei den beiden Weltklasse-Bartendern große Übereinstimmung. Regional und saisonal sind Begriffe, die häufig verwendet werden. „Man kann alles mit allem kombinieren, man muss aber den richtigen Weg und die richtige Technik finden“, führt Kostas Karvounis aus. Auch die verwendeten Spirituosen und Zutaten müsse man bestens kennen, merkt er an. „Ein Cocktail muss eine Geschichte erzählen und meine Fantasie anregen“, meint hingegen Busic. „Es geht um Emotionen und Herzblut, die der Gast bemerken muss“, sagt er und seine Augen funkeln dabei ein wenig. Man müsse den „Gast auf eine Reise mitnehmen“, formuliert es Karvounis etwas anders und schaut sich zufrieden auf der im April eröffneten Terrasse der Bar um, die schon gut gefüllt ist.

Die gehobene Trinkkultur scheint jedenfalls endgültig in Innsbruck angekommen zu sein. Beide Bars laufen gut, bereits am Nachmittag konsumieren zahlreiche Gäste leichte Drinks. „Mindful drinking“ nennt das Busic. Man darf angesichts der Hochwertigkeit der Drinks davon ausgehen, dass der Zenit dieses Trends in Innsbruck noch nicht erreicht ist. Und womöglich kommt der „World Class Bartender Global 2018“ ebenfalls aus Innsbruck, denn in wenigen Monaten hat Busic in Berlin durchaus Chancen, diesen Preis ebenfalls in die Hauptstadt der Alpen heimzubringen.




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