Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.02.2018


Gesundheit

Ein Bild für alle Fälle: Langes Warten auf CT und MRT hat ein Ende

Patienten haben jetzt Anspruch auf kurze Wartezeiten bei CT und MRT. Radiologe Michael Rieger hat die bildgebenden Verfahren durchleuchtet.

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Von Theresa Mair

Innsbruck – Seit Jahresanfang hat das lange Warten ein Ende: Innerhalb von zehn Tagen bekommen Patienten einen Termin für eine Computertomografie (CT). Höchstens 20 Tage wartet man auf eine Magnet­resonanztomografie (MRT oder Kernspintomografie) in einem privaten Radiologie-Institut mit Kassenvertrag.

Falls es dringend ist, wenn es etwa um die Abklärung eines Tumor-Verdachts geht, gilt eine maximale Wartezeit von fünf Tagen für MRT und CT. Notfälle, wie Verdacht auf Schlaganfall, kommen sofort dran. Die Regelung, die in einem Vertrag zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherung und der Wirtschaftskammer festgeschrieben ist, gilt in Tirol für sieben Radiologische Institute. Öffentliche Krankenhäuser sind ausgenommen, sagt Evelyn Walch, Sprecherin der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK).

„Die Wartezeiten in Tirol waren im Vergleich zu Ostösterreich immer kürzer“, so Walch. Laut den von der TGKK erhobenen Zahlen haben sich die Fristen in Tirol eingependelt. Für eine nicht-dringende CT-Untersuchung muss man sich höchstens vier Tage gedulden, für eine dringende MRT drei. Die Radiologie-Institute sind darüber hinaus seit 1. Jänner verpflichtet, die jeweils aktuelle Wartezeit auf ihrer Homepage anzugeben.

Nun hat jeder Kassenversicherte in Österreich einen Anspruch auf kurze Wartezeiten. Doch bei welchen Beschwerden ist welches bildgebende Verfahren am besten geeignet? Hat das gute, alte Röntgen bald ausgedient? Keineswegs, wie Michael Rieger, Primar der diagnostischen und interventionellen Abteilung für Radiologie in Hall, sagt: „Das konventionelle Röntgen – inklusive Ultraschall und Mammografie – ist nach wie vor die häufigste Untersuchung. 2017 hatten wir in Hall 60.000 Patienten für Röntgen, 11.000 für CT und 4000 für MRT. In anderen Häusern ist das Verhältnis ähnlich“, so Rieger.

Die MRT-Technologie arbeitet zwar nicht mit Röntgenstrahlen, aber mit starken Magnetfeldern. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Patienten einen Herzschrittmacher oder andere lose metallene Anteile im Körper haben (z. B. Clips nach einer Hirn-OP). Implantate müssen antimagnetisch sein.


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