Letztes Update am Di, 24.07.2018 16:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Welt-Aids-Konferenz

Elton John: „Ohne Diskriminierung wäre Aids besiegbar“

„Wenn es den Fanatismus und Hass nicht gäbe, wäre diese Krankheit viel schneller vorbei“, sagte der Sänger bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam.

© REUTERSElton John bei einer Pressekonferenz in Amsterdam.



Amsterdam – Der britische Popsänger Elton John hat mit großer Wut die Diskriminierung von Homosexuellen in Osteuropa angeprangert. Hass auf sexuelle Minderheiten würde dafür sorgen, dass sich HIV und Aids weiterhin verbreiten, klagte der Sänger am Dienstag bei der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam.

„Wenn es den Fanatismus und Hass nicht gäbe, wäre diese Krankheit viel schneller vorbei.“ Experten gehen davon aus, dass sich manche Menschen nicht auf HIV testen lassen, weil sie Diskriminierung fürchten.

Osteuropa und Zentralasien sind die Regionen, in der sich die Epidemie an schnellsten ausbreitet. Allein in Russland gab es nach Angaben der UN rund 100.000 Neu-Infektionen im vergangenen Jahr. Die Aids-Stiftung von Elton John wird gemeinsam mit dem niederländischen Aids-Fonds Projekte für Risikogruppen in Osteuropa unterstützen, dazu gehören sexuelle Minderheiten, Drogenabhängige und Gefangene.

„Großer Wut und tiefe Frustration“

Die 71 Jahre alte Poplegende ist bereits seit mehr als 25 Jahren aktiv im Kampf gegen HIV und Aids. Elton John machte bei einer Pressekonferenz in Amsterdam keinen Hehl aus seiner „großen Wut und tiefen Frustration“. Ein Ende der Epidemie sei zum Greifen nah, sagte er. Doch der politische Wille in Osteuropa und vor allem in Russland fehle. „Politiker müssen menschlicher werden, und endlich alle Menschen gleich behandeln.“

Der Sänger rief sexuelle Minderheiten zum Widerstand auf: „Seid sichtbar. Protestiert weiter.“ (APA/dpa)