Letztes Update am Fr, 07.12.2018 22:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rückruf

Schwangerschaft möglich: Pille in Deutschland zurückgerufen

Wer die Anti-Baby-Pille nimmt, möchte nicht so schnell zur Mama werden. Wird das Verhütungsmittel falsch eingenommen, besteht auch kein Schwangerschaftsschutz. Weil bei einem Pfizer-Präparat die Anleitung fehlerhaft ist, wird es zurückgerufen.

© pixabay(Symbolbild)



Berlin – Wegen falsch bedruckter Tablettenverpackungen werden mehrere Chargen einer Antibabypille in Deutschland zurückgerufen. Es drohen Anwendungsfehler und ungewollte Schwangerschaften. In Österreich ist das Medikament laut Pfizer nicht am Markt.

Frauen, die zwischen 27. November und 3. Dezember das Verhütungsmittel „Trigoa“ aus den betroffenen Chargen X34106, X51153 und W98332 erhalten haben, sollen das Medikament über Apotheken zurückgeben, teilte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) am Freitag mit. Bei diesen Chargen ist die Einnahmereihenfolge auf den sogenannten Blistern falsch ausgewiesen.

Dragees unterschiedlich dosiert

„Durch daraus möglicherweise resultierende Anwendungsfehler des Arzneimittels ist das Risiko einer unerwünschten Schwangerschaft gegeben“, warnt das Lageso als Aufsichtsbehörde des in Berlin ansässigen Herstellers. Die Dragees in der Packung sind unterschiedlich dosiert, deshalb ist die korrekte Reihenfolge bei der Einnahme wichtig.

Wie verbreitet das Medikament ist und in welchen deutschen Bundesländern die betroffenen Chargen an Patientinnen abgegeben wurden, ist noch offen. „Die betroffenen Patientinnen werden gebeten, die Ware über eine Apotheke zurücksenden zu lassen“, erklärte Pfizer. Das Berliner Landesamt für Gesundheit war für Rückfragen zunächst nicht zu erreichen.

Bei „Trigoa“ handelt es sich laut Hersteller um ein Kombinationspräparat: Jedes Dragée enthalte eine geringe Menge zweier weiblicher Hormone, ein Gestagen und ein Estrogen. „Da die Dragées in der Packung drei abgestufte Mengen an Hormonen enthalten, wird diese „Pille“ als Dreiphasenpräparat bezeichnet.“ (APA/dpa)