Letztes Update am Fr, 08.03.2019 13:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Innsbrucker Neurologe warnt vor Alkoholkonsum über 100 Gramm pro Woche

Dauerhafte Grenzüberschreitungen würden laut Mediziner Stefan Kiechl unter anderem die Gefahr von Schlaganfall, Demenz, Herzinfarkt und Zuckerkrankheit erhöhen.

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Innsbruck – Der Innsbrucker Neurologe Stefan Kiechl hat vor negativen Folgen von Alkoholkonsum über 100 Gramm pro Woche gewarnt. Dauerhafte Grenzüberschreitungen würden etwa auch die Gefahr von Schlaganfall, Demenz, Herzinfarkt und Zuckerkrankheit erhöhen, erklärte Kiechl am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum könnten zudem Gehirnblutungen und Tumore im Speisetrakt sein, führte der an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie tätige Mediziner aus. Der nach den Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2018 errechnete Konsum-Schnitt eines 40-jährigen Mannes von etwa einem halben Liter Wein pro Tag sei jedenfalls zu hoch, so Kiechl. Der Experte riet den Österreichern, die zu 90 Prozent Alkohol konsumieren würden, zu einer Einschränkung oder zumindest zu einer Überwachung des Alkoholkonsums.

Die Dosis macht das Gift. Diese weitverbreitete Annahme treffe grundsätzlich auch auf Alkohol zu. So könnten kleine Mengen Alkohol sogar schützend sein. Das Achterl Wein am Tag für die Frau und 20 Prozent mehr davon für den Mann können der Gesundheit förderlich sein, meinte der Neurologe.

Kiechl wird die Zahlen und Auswirkungen des Alkohols auf das Gehirn im Rahmen der „Woche des Gehirns“ vom 11. März bis zum 15. März in Innsbruck referieren. Weiters auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zu Gender- und Diversity-Fragen sowie zum Thema Hörverlust. (APA)