Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 23.05.2019


Gesundheit

Hautkrebs: Vorsorge kostet in Tirol jetzt rund 30 Euro

TGKK-Versicherte müssen seit Kurzem für Hautkrebsvorsorge rund 30 Euro zahlen. Andere Kassen sind da spendabler.

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© APA/dpa/Werner Baum(Symbolfoto)



Von Theresa Mair

Innsbruck – Wer dieser Tage zur Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung geht, wird womöglich überrascht sein. Denn seit ein paar Wochen werden Patienten, die Muttermale kontrollieren lassen, zur Kassa gebeten. „Bis jetzt war die Untersuchung eine Serviceleistung der Hautärzte, die gratis war“, sagt Georg Weinlich, Hautkrebs-Experte an der Innsbrucker Universitätshautklinik. Die Fachgruppe der niedergelassenen Dermatologen hätte dafür gekämpft, dass ihr Zeitaufwand von der Kasse honoriert und in den Servicekatalog aufgenommen werde. Vergeblich. Letztlich habe es auch an Rückendeckung von der Ärztekammer gefehlt.

„Die Melanom-Vorsorge war und ist in ganz Österreich nicht Teil der Vorsorgeuntersuchung“, bestätigt die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK). Seitens der Wissenschaft, der Experten des Hauptverbandes der Sozialversicherung sowie der Ärztekammer habe man 2005 mit der Überarbeitung des Vorsorgeprogramms „keine Notwendigkeit zur Aufnahme dieser Leistung als Routinemaßnahme“ gesehen.

Darüber hinaus sei bereits vereinbart, dass es auch mit der „Vorsorgeuntersuchung NEU“, die 2020 in Kraft treten soll, keine „routinemäßige Programmerweiterung“ gebe. Allerdings gab und gibt es für Hautärzte die Möglichkeit, die Vorsorgeuntersuchung über Umwege, nämlich unter Angabe einer anderen Kassenleistung, wie z. B. „Muttermal-Kontrolle“, zu verrechnen, wie der Innsbrucker Hautarzt Florian Weber erklärt.

Während die Mediziner in Tirol dafür von der TGKK rund drei Euro erhalten würden, seien die Gebietskrankenkassen in den östlichen Bundesländern sowie die anderen Pflichtversicherungen spendabler – Ärzte erhalten bis zu 20 Euro. „Wenn wir das hätten, wäre das für uns ein Freudentag. Die TGKK sieht die Melanom-Vorsorge aber als Privatvergnügen des Patienten. Wobei: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, hofft Weber auf eine Einigung.

Derweil müssen TGKK-Versicherte selber in die Tasche greifen. Jeder Arzt entscheidet für sich, wie viel er für die bis zu 15 Minuten dauernde Ganzkörperuntersuchung verrechnet, die Fachgruppe hat einen Preis von 30 Euro vorgeschlagen.