Letztes Update am Fr, 18.04.2014 14:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pollen-Alarm

Tirol droht heuer ein Pollen-Rekordjahr

Rund 100.000 Tiroler sind auf Blütenstaub allergisch. Bereits für Ende April wird die Blühbereitschaft der Gräser vorausgesagt, heißt es in einer Aussendung des Landes.

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Innsbruck – Bereits am 7. Jänner wurden heuer vom Pollenwarndienst die Höchstwerte für Erle in Tirol aufgezeichnet - vier Wochen früher als sonst. Ganz im Gegensatz zum Vorjahr, wo eigentlich kein Frühjahr stattfand, hat dieser Trend angehalten. Bereits für Ende April wird die Blühbereitschaft der Gräser vorausgesagt, während die Belastungsspitzen der Birke in den Tallagen schon so gut wie vorüber sind. „Heuer droht den rund 100.000 Tiroler Pollenallergikern leider eine große Belastung“, verweist Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg auf die Prognose des Innsbrucker Instituts für Botanik: Diese Universitätseinrichtung wertet permanent die sechs Pollenfallen in Innsbruck, Lienz, Obergurgl, Reutte, Wörgl und Zams aus. Auf Initiative des Landes sind diese seit 1978 in Betrieb.

Jeder vierte Pollenallergiker wird Asthmatiker

Für die ärztliche Diagnose sei der Pollenflugkalender eine unverzichtbare Grundlage. Eine zentrale Anlaufstelle für diese Tiroler Patienten ist neben den Fachärzten für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten (HNO) sowie Hautärzten die Allergieambulanz der Klinik Innsbruck, heißt es in einer Aussendung. Norbert Reider leitet diese Stelle: „Was als harmlos wirkender Heuschnupfen beginnt, kann zu einer ernsten Erkrankung führen. Jeder vierte Pollenallergiker wird chronischer Asthmatiker.“ Ein ernstzunehmendes Anzeichen, dass eine allergische Reaktion auf Blütenstaub und keine normaler Schnupfen vorliegt, ist der Juckreiz in Nase und Augen. Leichte Allergien lassen sich durch Augentropfen, Nasensprays oder Tabletten behandeln. Bei größeren Beschwerden ist eine zwei- bis dreijährige Impfkur anzuraten. „Dabei wird der Körper mit dem Allergen in steigender Dosis in Kontakt gebracht – das Immunsystem gewöhnt sich daran und wehrt das Allergen nicht mehr ab“, so Reider.

Modernste Behandlungsmethoden in Tirol

Zur Behandlung allergischer Zwischenfälle setzt die Hautklinik Innsbruck auch eine Therapie ein, die erst jetzt Standard in Europa wird. Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE) sind für allergische Reaktionen verantwortlich. Dagegen wird in dieser Behandlung wiederum ein Antikörper ins Spiel gebracht, um die Pollenallergie zu bekämpfen, heißt es in der Aussendung. „Beim Pollenflug zählt Tirol zu den bestuntersuchten Gebieten Europas und bei der Behandlung der Pollenallergie stehen die modernsten medizinischen Methoden zur Verfügung“, fasst LR Tilg zusammen. Reider ist auch für die Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung tätig: „Auf diese Weise vermitteln wir praktische Tipps der Allergenvermeidung beim Wohnen und Aufenthalt im Freien, bei Lebensmitteln sowie anderen Lebensbereichen.“ (TT.com)

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