Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.10.2017


Lifestyle

Die Bedeutung eines guten Reißverschlusses

In Innsbruck präsentierten Dani Arnold und David Lama die neue Eiger-Extreme-Kollektion aus dem Hause Mammut.

© Thomas Böhm / TTDani Arnold hängt an der Fassade des Landhauses in Innsbruck – mit einer Jacke aus der neuen Eiger-Extreme-Kollektion.Foto: Thomas Böhm



Innsbruck – Die Eiger-Nordwand hat das Leben von Dani Arnold verändert – „um 180 Grad“, wie er erzählt. 2011 durchstieg er die legendäre Wand in den Berner Alpen in der Rekordzeit von zwei Stunden, 28 Minuten. Normale Seilschaften benötigen zwei Tage. „Ich hätte nicht gedacht, so bekannt zu werden“, sagt der 33-Jährige, der unlängst zu Gast in Innsbruck war.

Gemeinsam mit dem Innsbrucker Extrembergsteiger David Lama präsentierte der Schweizer die neue Eiger-Extreme-Kollektion aus dem Hause Mammut. 25.000 Stunden Arbeit wurden in die Entwicklung von 25 Produkten gesteckt – von Bekleidung bis zu Helm und Sitzgurt.

Arnold und Lama waren ebenfalls mit von der Partie. Vor drei Jahren schon ging etwa Arnold mit dem Prototyp einer Jacke in die Berge, eine Bewährungsprobe sozusagen für das im Entstehen begriffene neue Produkt. Danach wurde rückgemeldet, was zu verändern sei. „Es muss funktionieren“, bringt es Lama auf den Punkt. Im Gelände und möglicherweise unter extremen Bedingungen mache es viel aus, dass z. B. ein Reißverschluss gut funktioniere. „Und dass etwas robust und leicht ist“, sagt der 27-Jährige.

Lösungen für das kleinste mögliche Problem zu finden, lautete das Ziel des Schweizer Bergsportausrüsters. Damit etwa besagte Jacke beim Klettern nicht hochrutscht, hing Arnold Stunden in einem Büro an der Kletterwand. Seine Bewegungen wurde studiert und schließlich ein perfektes Schnittmuster für die Stoffteile gefunden, auf dass man ungehindert klettern kann.

Die neue, vierte Eiger-Extreme-Generation – die erste kam Mitte der 1990er-Jahre auf den Markt – wendet sich „an den ambitionierten Bergsportler“, wie Produktmanager Alfred Stoppacher sagt. An jemanden, der „auf Funktionsdetails und gute Materialien Wert legt“ und auch bereit ist, viel Geld dafür auszugeben. Unter den aktuellen Teilen fänden sich auch einige aus recycelten Materialien. Ohne PVC – Stichwort Membran – geht es aber doch noch nicht. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es dann bei der Funktionalität sowie Qualität Abstriche gibt“, weiß Stoppacher. Bei der nächsten Generation könne das schon wieder anders sein. Auch Membran-Hersteller würden an ökologisch unbedenklichen Materialien arbeiten.

Mit Teilen aus der neuen Kollektion ist in diesen Tagen übrigens Lama unterwegs. Gemeinsam mit Hansjörg Auer und Alex Blümel versucht er sich am Südostpfeiler der Annapurna III in Nepal, an der sie schon einmal aufgeben mussten. Arnold hingegen hat ein Eiskletter-Projekt im Kopf, Speedklettern ist momentan kein Thema. Das schließt auch die Eiger-Nordwand mit ein, wo seine Rekordzeit 2015 von seinem Landsmann Ueli Steck (starb im April 2017 in Nepal) um sechs Minuten unterboten wurde. Arnold: „Ich kann auf der ganzen Welt bergsteigen.“ (i.r.)