Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.11.2017


Wohnen

Wohlbefinden im neuen Dachgeschoß

Eine Doppelhaushälfte im dicht verbauten Siedlungsgebiet so zu erweitern, dass sie in Form und Funktion überzeugen kann, war bei diesem Projekt die große Herausforderung.

© TuschDie Optik des gesamten Hauses gewann durch den neuen Dachausbau an Attraktivität.



Von Caterina Molzer-Sauper

Thaur – Vor zehn Jahren entschloss sich die heute fünfköpfige Familie dazu, das rund 25 Jahre alte, bezugsfertige Haus in einer Wohnstraße zu erwerben und damit Baustress für das Erste zu vermeiden. Aufgrund des willkommenen Familienzuwachses und des damit verbundenen Platzmangels entschloss man sich zum Ausbau des Dachgeschoßes.

Die Wahl für die Umsetzung der Planung und des gesamten Bauablaufes fiel auf Architektin Michaela Mair aus Innsbruck: „Es war mir ein Anliegen, das ehemalige unauffällige Endreihenhaus mit dem Ausbau optisch zu einem selbstbewussten Baukörper zu machen und zugleich den Beginn der gesamten Reihenhausanlage zu akzentuieren.“

Die Optik des gesamten Hauses gewann durch den neuen Dachausbau an Attraktivität.Fotos: Martin Tusch
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Die Anforderungen bezüglich Baudichte, Ensemblewirkung und der verkehrstechnischen Situation während der Bauphase forderten viel Geschick und Einfühlungsvermögen aller Beteiligten. Schließlich musste ja auch der Anschluss zum Nachbarhaus problemlos funktionieren.

Lichtdurchflutete Räume mit hochwertigen Oberflächen bieten den Kindern viel Lebensqualität.
- Tusch

Durch die Verschiebung des Firstes von der Grundstücksgrenze in die Mittelachse des Hauses entstand eine neue Kubatur, die zusätzliche 60 Quadratmeter Wohnfläche sowie eine großzügige Westterrasse mit Panoramablick schafft. Der neue Bereich unter dem Dach steht zur Gänze den drei Kindern zur Verfügung und entlastet die unteren Geschoße enorm.

Lichtdurchflutete Räume mit hochwertigen Oberflächen bieten den Kindern viel Lebensqualität.
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Die Aufstockung erfolgte in Holzbauweise und gewährleistete durch den hohen Vorfertigungsgrad eine sehr kurze, unkomplizierte Bauzeit. Das gesamte Haus wurde in seiner Erscheinung durch die neue weiße Putzfassade und die Dacheindeckung aus beschichtetem Blech vereinheitlicht.

Zwei Stahlrahmen dienen dem Gesamtsystem statisch als Träger für die Holzkonstruktion.

Das Heizsystem wurde erweitert, die neuen Holz-Alu-Fenster und das Dach sind technisch auf dem neuesten Stand und damit höchst energieeffizient.

Das modern gestaltete Dachgeschoß beherbergt einen zentral gelegenen offenen Spielbereich, welcher in seiner Verlängerung nach Westen in die großzügige Terrasse übergeht. Von diesem Gemeinschaftsbereich aus werden auch die drei Kinderzimmer und das kleine Bad erschlossen.

Großzügige Verglasungen und Raumhöhen schaffen eine lichtdurchflutete Wohnatmosphäre mit beeindruckenden Ausblicken auf die Bergwelt nach Süden, Westen und Norden.

Individuell geplante Einbaumöbel und Sitzfenster optimieren die Ausnutzung der ungewöhnlichen Raumgeometrien.

„Durch den Gewinn des Dachgeschoßes als Wohnfläche haben wir heute ausreichend Platz zum Spielen, Zurückziehen und für gemeinsame Stunden. Der Krimskrams aus dem alten Dachboden ist im Keller gelandet und im Zuge des Umbaues haben wir auch den Eingangsbereich und die Südterrasse neu gestaltet“, erzählen die Bauherren.