Letztes Update am Mi, 03.07.2019 16:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mode

Fashion Week Berlin: Tirolerin Rebekka Ruetz feiert „Pussy Power“

Geht es nach der Tiroler Designerin Rebekka Ruetz ist Pink eine Farbe, mit der man rechnen muss. Auf der Fashion Week Berlin zeigte sie wilde und energievolle Kreationen. Sportalm Kitzbühel präsentierte modische Athleisure-Wear, im Dirndl Walzer tanzende Ballerinen und Oliver Pocher im „Baywatch“-Modus.

 Ein Model präsentiert die Mode des Labels Rebekka Ruétz im E-Werk.

© dpa/Ducret Ein Model präsentiert die Mode des Labels Rebekka Ruétz im E-Werk.



Berlin, Innsbruck, Wien – „Pussy Power“ heißt die neue Kollektion von Rebekka Ruetz, und Pink ist eine Farbe, mit der man rechnen muss. Sie steht hier für feminine Revolte. Provokant, wild und voller Energie sind die Kreationen der Tirolerin, die Mittwochnachmittag auf der Fashion Week Berlin präsentiert wurden.

Grenzen überschreiten, Regeln umstoßen – diesem Anspruch hält die Designerin mit ihrer „Mode für moderne Amazonen“ die Treue: 2009 gründete Rebekka Ruetz ihr gleichnamiges Label, seit 2011 zeigt sie ihre Kollektionen zweimal jährlich bei der deutschen Modewoche. Die Entwürfe für Frühjahr und Sommer 2020 strotzen wieder vor weiblichem Selbstbewusstsein: Starke Sprüche prangten in großen Lettern auf T-Shirts: „my pussy my choice“, „let‘s lead not follow“ oder „riots not diets“. Ihre Statement-Stücke voller optischer Effekte und Verzierungen kombinierte sie mit tragbaren Basics.

Der deutsche Komiker Oliver Pocher durfte in Baywatch-Manier für Sportalm ein "lebloses" Model "wiederbeleben".
Der deutsche Komiker Oliver Pocher durfte in Baywatch-Manier für Sportalm ein "lebloses" Model "wiederbeleben".
- dpa/Knauer

Pink von zart bis schrill stellte die Tirolerin Weiß, Kaviarschwarz, Wolkengrau, Delfter Blau, leuchtendes Grün und Feuerrot entgegen. Eine starke Rolle spielte auch Neongelb. Passend zum Kollektionstitel wurden alle Songs, zu denen die Models im Berliner ewerk über den Laufsteg marschierten, von Frauen gesungen, von den Marmozets („Play“, „Major System Error“) über Velvet Two Stripes („Drinks“) bis zum Finale mit Midnight Riot („Can‘t Hold Back“). Dazu trugen sie klobige Sneakers und statt Handtaschen Thermosflaschen oder Coffee-to-go-Becher an Riemen über der Schulter.

In blühende Gärten führt Sportalm Kitzbühel in der Saison Frühjahr/Sommer 2020, das zeigte schon das Blumenmeer, das den Laufsteg am Mittwochvormittag, ebenfalls im ewerk, umrankte. Zum Auftakt ließen die Tiroler fünf Ballerinen zu Walzerklängen in den modern interpretierten Dirndln des Familienbetriebs antanzen. Einen Auftritt hatte auch der deutsche Komiker Oliver Pocher. Er durfte, ganz im „Baywatch“-Stil sowie mit roter Schwimmbermuda und Rettungsboje ausgestattet, ein vermeintlich leblos hingesunkenes Model „wiederbeleben“. Später mischte er den „Catwalk“ noch einmal auf, in weiße Shorts und ein mit riesigen Schmetterlingen bedrucktes Hemd gekleidet.

Ansonsten waren u.a. romantische Blumen auf dunklem Untergrund und Animalprints in Schwarz/Weiß zu sehen, weiters Netzoptiken, irisierende Logos und Pailletten sowie viele maritime Elemente und Athleisure-Wear aus funktionellen Stoffen. Bei romantischen Sommerkleidern spielt die Hortensie eine Hauptrolle, sie tauchte immer wieder auch als Druck oder in Spitze auf. Im Casual-Bereich kombinierte Designerin Ulli Ehrlich weite Hose zu weitem Oberteil, ein sommerlich lässiger „Pyjama-Look“. (APA)