Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.07.2018


Bezirk Reutte

Per pedes über die Römerstraße

10.000 Fernwanderer werden pro Jahr an der Via Claudia gezählt – Tendenz steigend.

© Via Claudia Augusta



Außerfern – Radfahrer mit Packtaschen sind entlang der Via Claudia Augusta längst ein gewohntes Bild. Neben den 40.000 Touren-Radreisenden zählt die Via Claudia Augusta auch rund 10.000 Fernwanderer jährlich, die weniger auffallen, weil sie sich kaum von anderen Wanderern unterscheiden.

„Der Großteil der Fernwanderer, die der transeuropäischen Route folgen, wandert diese stückweise, zum Beispiel den Nordtiroler Teil entlang der Berghänge oder den Südtiroler Teil über die Waalwege durch die Obstgärten. Viele wandern dann in den Folgejahren weitere Abschnitte“, berichtet Christop­h Tschaikner, Geschäftsführer der Via Claudia Augusta Transnational und als solcher auch für den Tourismus an der Römerstraße verantwortlich.

Mehr und mehr Fernwanderer entdecken auch den bayerischen Teil, der von Landsberg am Lech über Schongau und vorbei am Forggensee nach Füssen führt. Tschaikner: „Es gibt immer mehr Anfragen, ob man nicht die Fernwanderroute von Landsberg bis zur Donau verlängern könnte. Diese Verlängerung ist schon gefunden und wird bald auch in einem Reiseführer aufbereitet sein.“

Zu Fuß ist die Art und Weise, wie auch die meisten Römer auf der Via Claudia Augusta reisten, die originale Art der Fortbewegung also. Die meisten Römer verfügten nicht über ein Reittier oder gar einen Wagen. Insbesondere die Legionäre marschierten zum Limes oder wieder retour. Heute sind es andere Motive, welche die zu Fuß Reisenden bewegen. Was schon für die Touren-Radfahrer gilt, nämlich dass sie die Landschaften und Orte langsamer durchqueren und somit intensiver erleben, gilt für den Fernwanderer noch mehr.

Aber was bewegt einen, all­e 30 Tages-Etappen in einem Stück zu laufen? „Ich mach’ das das erste Mal. Ich muss erst sehen, wie es mir dabei geht. Es war aber schon lange Zeit ein Vorhaben von mir“, erzählt der Wanderer, den Vereinsvorsitzender Iaco­b zufällig in der Ehrenberger Klause traf. Er startete sein Abenteuer in Augsburg, war beim Aufeinandertreffen mit Iacob bereits eine Woche unterwegs und noch immer best­er Ding­e. (TT, fasi)