Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Interview

Ein Innsbrucker zu Gast bei Markus Lanz

Heute Abend ist der Inns­brucker Fotograf Martin Engelmann zu Gast bei Markus Lanz. Der Fotograf reist auf der Suche nach Motiven rund um die Welt.

Der Fotograf Martin Engelmann fand seine Arbeit in Südengland schwieriger umzusetzen als die Reise zu den Maya.

© Der Fotograf Martin Engelmann fand seine Arbeit in Südengland schwieriger umzusetzen als die Reise zu den Maya.



Auf der Suche nach Foto­motiven bereist Martin Engelmann die Welt. Heute Abend ist der Inns­brucker zu Gast bei Markus Lanz. In der ZDF-Talkshow spricht er über seine Reisen in den mexikanischen Urwald, wo er die Maya studiert hat. Im Vergleich dazu war die Arbeit rund um seinen aktuellen Vortrag über Südengland luxuriös (15. März, Innsbruck, Sowi-Aula, www.martin-engelmann.at).

Was hat Sie an der Recherche für Ihr National-Geographic-Buch „Die Weisheit der Maya" fasziniert?

Martin Engelmann: Für das Projekt bin ich siebenmal nach Südmexiko gereist, um die letzten Bewahrer der Maya-­Kultur zu erforschen. Nur diese knapp 300 Menschen glauben noch an Feuer- und Windgötter.

Was ist die Kernaussage dieser Kultur?

Engelmann: Pflanzen und Tiere hätten eine Seele und einen Geist. Das geht so weit, dass sogar Gegenstände beseelt seien. Ich finde diese Einstellung wunderbar, weil alles einen ungeahnten Wert bekommt und man respektvoll damit umgeht.

Für Ihr Projekt „Magisches Südengland" wiederum reisten Sie von Dover nach Cornwall. Eine völlig andere Reiseform. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Engelmann: Ich finde es wichtig, sich mit unterschiedlichen Themen zu befassen, um die kreative Seite meiner Arbeit frisch zu halten. England war schwieriger umzusetzen als die Maya, weil das kein klassisches „Abenteuerthema" ist. Um mehr zu bieten als Bilder von Traumlandschaften, habe ich Leute gesucht, die alte Mythen erzählten, die man so nie gehört hat.

Darum lautet der Untertitel: „Auf den Spuren von König Artus". Wer war einer Ihrer Gesprächspartner?

Engelmann: Archäologen, die Schlagzeilen machten, weil sie eine Festung aus dem Zeitalter der Könige freigelegt haben. Laut Sage logierte König Artus selbst darin.

Gab es in England fotografisch neue Herausforderungen zu meistern?

Engelmann: Zu meiner Überraschung schon. Wegen des starken Winds an der Küste sind drei meiner 2000-Euro-Drohnen, mit denen ich Luftaufnahmen gemacht habe, abgestürzt.

Das Interview führte Judith Sam