Letztes Update am Mi, 09.12.2015 18:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Durchgespielt

Star Wars Battlefront: Einmal selbst den Krieg der Sterne führen

„Star Wars Battlefront“ erschien nicht umsonst kurz vor dem Start des neuen Kinofilms. Doch es ist mehr als nur ein Gimmick zum Streifen.

Als Darth Vader können wir mit dem Lichtschwert unsere Spielstatistik deutlich aufpäppeln. Die Helden-Upgrades sind auch selten genug, um interessant zu bleiben.

© ScreenshotAls Darth Vader können wir mit dem Lichtschwert unsere Spielstatistik deutlich aufpäppeln. Die Helden-Upgrades sind auch selten genug, um interessant zu bleiben.



Von Lukas Schwitzer

Innsbruck – Hätte es das Wort „Hype“ noch nicht gegeben, es hätte für die Begeisterung für den neuen „Star Wars“-Film erfunden werden müssen. Nicht nur alteingesessene Nerds wie der Autor, sondern fast die ganze Bevölkerung scheint davon erfasst. Kein Wunder also, dass auch in anderen Medien wieder auf die Marke zurückgegriffen wird. Wobei gesagt werden muss, dass „Star Wars Battlefront“ zwar bewusst kurze Zeit vor dem Kinostart auf den Markt gebracht wurde, aber auch schon seit langer Zeit geplant war. Und das Remake von den „Battlefield“-Machern DICE spricht auch eindeutig Fans als größte Zielgruppe an.

Auf dem Eisplaneten Hoth kämpfen wir in der weißen Pracht und in den Tunneln der Rebellenbasis.
Auf dem Eisplaneten Hoth kämpfen wir in der weißen Pracht und in den Tunneln der Rebellenbasis.
- Screenshot

Genau wie in den Originalspielen von 2004 und 2005 sowie in den anderen „Battlefield“-Ablegern wird online gespielt, wobei zwei Fraktionen gegeneinander antreten. Hier sind es – wie könnte es anders sein – das Imperium und die Rebellen. Und in der gewohnten Ego-Ansicht (optional aber auch in der Ansicht von hinten) geht es auch zur Sache, wenn sich Soldaten und Sturmtruppen beharken. Zusätzlich zu den Fußsoldaten, die sich gegenseitig mit Lasern beharken, sind auch Fahrzeuge wie die aus den Filmen bekannten X-Wings oder AT-ST-Mechs verfügbar.

Die Atmosphäre stimmt

Die Möglichkeit, in Fahrzeuge einzusteigen, bekommen Spieler, die über das Spielfeld verteilte Upgrades einsammeln. Auf die gleiche Art können wir auch Rollen wie jene von Darth Vader, Luke Skywalker oder Boba Fett übernehmen – und niemand legt sich gerne mit diesen Helden an. In einem Modus treten auch nur Helden gegen Soldaten an, wieder ein anderer lässt uns um die Herrschaft über die Luft kämpfen. Wirklich taktisch wird es aber auch hier nur, wenn Spieler Teams bilden und sich während des Spielens per Headset koordinieren.

Getroffen? Kein Problem, denn nach einigen Sekunden lädt sich die Lebensenergie wieder auf. Bis dahin sollten Laser aber vermieden werden.
Getroffen? Kein Problem, denn nach einigen Sekunden lädt sich die Lebensenergie wieder auf. Bis dahin sollten Laser aber vermieden werden.
- Screenshot

Die Gefechte, die wir uns online liefern, sind mitreißend und schaurig-schön anzusehen. Denn grafisch präsentiert DICE die weit, weit entfernte Galaxie so beeindruckend wie nie. Würde es nicht den sofortigen Spiel-Tod bedeuten, wir müssten an jeder Ecke verharren, um uns in den Details zu verlieren. Aber links und rechts steigen Explosionen hoch, über uns hängt ein TIE-Fighter einem X-Wing am Flügel und über Funk erfahren wir, dass sich Han Solo unserem Angriff angeschlossen hat. Also auf!

Multiplayer oder gar nicht

Der größte Wermutstropfen – und es ist ein gewaltiger Tropfen – ist, dass Inhalte für Einzelspieler praktisch komplett fehlen. Zwar werden eine Handvoll kleinerer Karten auch zum alleinigen Spielen geboten, diese sind aber kaum mehr als eine erweiterte Einführung in die Spielmechanik. Zudem hat „Battlefront“ zum Start nicht sonderlich viele Karten zu bieten, auf denen wir uns in die Schlacht stürzen können. Auch mit einem bereits per Gratis-Download erschienen Gratis-Zusatz sind es nur eine Handvoll Umgebungen. Etwas mehr Abwechslung hätte hier nicht geschadet.

Mit Karten, die wir uns mit den im Spiel verdienten Credits kaufen, werden etwa Granaten oder Zusatzwaffen freigeschalten.
Mit Karten, die wir uns mit den im Spiel verdienten Credits kaufen, werden etwa Granaten oder Zusatzwaffen freigeschalten.
- Screenshot

Veteranen wird außerdem die fehlende Tiefe des Gameplays auffallen. Wir können keine bestimmten Rollen übernehmen, nur durch Erwerb neuer Waffen oder Upgrades ändert sich die Spielweise. Auch hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Hoffentlich liefert DICE per Download nach. Zumindest aber verdienen wir uns die Credits, mit denen wir uns verbessern, nur über das Spielen. Die allseits unbeliebten Mikrotransaktionen ließ DICE weg.

Fazit

„Star Wars Battlefront“ ist ein Spiel für „Star Wars“-Fans, nicht für „Battlefield“-Fans. Wer keine Begeisterung für den Eisplaneten Hoth oder den bewaldeten Mond Endor mitbringt und keine wohlige Gänsehaut spürt, wenn er als Darth Vader das Lichtschwert schwingt, ist fehl am Platz. Wer aber schon immer mal Han Solo sein oder den Beweis antreten wollte, dass Sturmtruppen mit ihren Blastern doch treffen können, wird sich wohl fühlen. Denn es ist die Atmosphäre, von der „Battlefront“ lebt. Und diese ist (fast) perfekt eingefangen.

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Entwickler: DICE

Publisher: Electronic Arts

„Star Wars Battlefront“ ist für Windows-PCs, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.