Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.03.2018


Bezirk Imst

HAK-Schüler üben sich in bäuerlicher Vermarktung

Die App „regional.tirol“ erhält Unterstützung aus der Schule der Wirtschaft: Eine Übungsfirma soll die bäuerliche Plattform pushen.

Für die HAK-Schüler Simon Marth, Lukas Larcher, Philipp Neurauter und Elias Schöpf (v. l.) ein neues Aufgabenfeld: Sie greifen der bäuerlichen Direktvermarktung unter die Arme.

© DaumFür die HAK-Schüler Simon Marth, Lukas Larcher, Philipp Neurauter und Elias Schöpf (v. l.) ein neues Aufgabenfeld: Sie greifen der bäuerlichen Direktvermarktung unter die Arme.



Von Hubert Daum

Imst – Lebensmittelskandale, undurchschaubare Kennzeichnung und Tausende Kilometer Transportwege – für viele Konsumenten Aspekte, warum sie lieber Nahrungsmittel beim Bauern um die Ecke kaufen. Allerdings fehlt oftmals die Info, wer wann was anbietet. Diese Informationslücke sollte die von Schülern der HTL Imst entwickelte Applikation (App) „regional.tirol“ schließen, die seit vergangenem Juli im Google Play Store beziehungsweise App Store (für iPhone) zum Download bereitsteht. Der Bezirk Imst ist Pilotbezirk. „Die digitale Plattform soll vor allem die jüngere Konsumentenschicht mit den regionalen Bauern vernetzen und wird sukzessive auf ganz Tirol ausgeweitet“, erläutert Projektleiter Gottfried Mair vom Imster Ökozentrum, „rund 1500 User haben sie bereits auf ihrem Smartphone.“ Aktuell würden 74 Landwirte rund 315 Produkte über die App anbieten.

Bereits in der Startphase kümmerten sich vier HAK-Schülerinnen im Rahmen ihrer Diplomarbeit um das Marketing. Nun legt die „Schule der Wirtschaft“ nach: Seit Anfang dieses Schuljahres ist „regional.tirol“ Teil einer so genannten Übungsfirma. „Mit der Übungsfirma ,move IT‘ simulieren die Schüler exakt den Prozess von Ein- und Verkauf und alles, was dazugehört“, präzisierte HAK-Lehrer Johannes Marberger anlässlich der Semesterretrospektive, „seit Schulbeginn arbeiten vier Schüler an der Weiterentwicklung der App, im Wesentlichen um den Bekanntheitsgrad zu steigern und den Konsumenten und Produzenten Instrumente für die Bedienung in die Hand zu geben.“

Luca Dialer, Elias Schöpf, Simon Marth und Philipp Neurauter erdachten sich dabei die Kreierung von Kurzfilmen. Simon Marth: „Via Facebook sind unsere produzierten Kurzfilme zu sehen. Sie helfen den Kunden bei der Produktsuche und den Bauern bei der Aktualisierung ihres Angebotes.“

In die Kategorie Schule fürs Leben ordneten die Jungs den „praktischen Teil“ ein. Eine Aufgabenstellung war nämlich, neue Produzenten für die App zu gewinnen. „Die persönlichen Gespräche mit den Bauern waren für uns äußerst positiv“, führte Elias Schöpf aus, „insgesamt konnten wir sieben neue Anbieter dazu animieren, via App ihre Produkte anzubieten. So sind zum Beispiel die Seifenmanufaktur Neururer aus Umhausen oder der Emil-Bäck aus Imst neue Anbieter.“ Bis Mai noch wird die Übungsfirma die Werbetrommel via Facebook und Instagram rühren. „Und wir möchten noch weitere neue Direktvermarkter dazugewinnen“, meint Luca Dialer. Geplant sei auch eine Infobriefaktion an Landwirte und eine Baumaktion für „Downloader“ der App.

Indes verzeichnet Projektleiter Gottfried Mair überregionalen Erfolg: „Der erste Infoabend für den Bezirk Innsbruck-Land in Pettnau war vielversprechend.“