Letztes Update am Mi, 02.05.2018 09:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Foto-App Snapchat steckt in Problemen fest

Snapchat wurde einst als gefährlicher Herausforderer für Facebok gesehen. Doch während das weltgrößte Online-Netzwerk selbst im Datenskandal Milliardengewinne macht, steckt Snapchat nun in Problemen fest.

© AFP(Symbolbild)



Venice – Die Neugestaltung der Foto-App Snapchat, die das schwächelnde Wachstum wieder ankurbeln sollte, hat versagt. In den vergangenen drei Monaten kamen nur vier Millionen täglich aktive Nutzer hinzu. Analysten hatten eher mit sieben Millionen gerechnet. Der Chef der Entwicklerfirma Snap, Evan Spiegel, machte für die Probleme die Umgestaltung verantwortlich - sieht aber „Zeichen einer Stabilisierung“ zumindest bei der iPhone-App. Snap hatte zum Quartalsende 191 Millionen täglich aktive Nutzer.

Die Snap-Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Dienstag um mehr als 14 Prozent auf gut zwölf Dollar. Sie war im März 2017 noch für 17 Dollar auf die Börse gebracht worden.

Snap konnte den Umsatz zwar im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 230,67 Millionen Dollar (191,73 Mio Euro) steigern – aber auch hier war am Markt mehr erwartet worden. Für das laufende Vierteljahr stellte die Firma zudem deutlich geringere Wachstumsraten in Aussicht. Mit einem Verlust von 385,8 Millionen Dollar steckt Snap weiter tief in den roten Zahlen. Im Vorjahresquartal hatte sich unter anderem im Zusammenhang mit dem Börsengang ein Riesenverlust von 2,2 Milliarden Dollar angesammelt.

Viel Kritik für Umgestaltung

Snapchat wurde ursprünglich mit von alleine verschwindenden Fotos bekannt, will aber auch verstärkt zur Plattform für Medieninhalte werden. Die Umgestaltung der App sollte die oft unübersichtliche Snapchat-Bedienung vereinfachen – mit dem Ziel, neben dem Kernpublikum aus Teenagern auch etwas ältere Nutzer anzulocken. Außerdem wurden private Beiträge von Medieninhalten getrennt.

Die neue App kam aber nicht gut an. Eingefleischte Nutzer kritisierten sie, nach der Einführung ging die Aktivität auf der Plattform zurück. Es gebe noch viel zu tun, um das neue Design zu optimieren, sagte Spiegel – und verteidigte es zugleich. Durch die Abtrennung der Medieninhalte müssten Freunde nicht mehr um Aufmerksamkeit mit professionellen Videofilmern kämpfen. Und ältere Nutzer könne Snapchat mit dem neuen Design besser halten. (dpa)