Letztes Update am Mi, 09.05.2018 13:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Datenskandal

Facebook baut seine Führungsriege um

Mark Zuckerberg bleibt Firmenchef, Sheryl Sandberg ist weiterhin seine Stellvertreterin. Ein Dutzend ranghoher Beschäftigter bekommt aber neue Posten.

© AFP(Symbolbild)



San Francisco – Der von einem Datenskandal beherrschte US-Internetkonzern Facebook hat seine Führungsriege umgebaut. Ein Sprecher des US-Unternehmens bestätigte AFP am Dienstag die bisher größte Neuordnung im Managementbereich seit Bestehen des Konzerns und reagierte damit auf Berichte des Portals Recode. Demnach bleibt Mark Zuckerberg Firmenchef, Sheryl Sandberg ist weiterhin seine Stellvertreterin.

Abgesehen davon bekam aber rund ein Dutzend ranghoher Beschäftigter neue Posten. So ist der Zuckerberg-Vertraute Chris Cox künftig verantwortlich für die Apps von Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Die Produktabteilung von Facebook wurde Recode zufolge zudem in drei Einheiten aufgeteilt, unter anderem gibt es künftig eine, die sich um die sogenannte Blockchain-Technologie kümmert, die etwa für Kryptowährungen genutzt wird. Der langjährige Facebook-Manager Javier Olivan soll eine Einheit leiten, die sich um die Themen Sicherheit und Werbung kümmert.

Mit Kündigungen im Management-Bereich war der Umbau Berichten zufolge nicht verbunden. Erst vor gut einer Woche hatte der Mitbegründer des Messenger-Dienstes WhatsApp, Jan Koum, den Mutterkonzern Facebook verlassen. US-Medien zufolge könnte ein Streit mit Facebook über den Schutz von Nutzerdaten zu Koums Entscheidung beigetragen haben, seine Position als Führungskraft bei dem Unternehmen aufzugeben. Facebook hatte WhatsApp 2014 für 19 Mrd. Dollar (aktuell 16 Mrd. Euro) übernommen.

Facebook steht derzeit wegen eines Datenskandals rund um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica in der Kritik. Dabei geht es um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern durch die Firma, die dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein sollen. (APA/AFP)