Letztes Update am Di, 04.12.2018 14:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Forbes-Liste

22 Mio. Dollar im Jahr: Bestbezahlter YouTuber ist sieben Jahre alt

Er spielt mit Dinos, fährt mit kleinen Autos, testet Wachsmalstifte – und verdient damit zig Millionen Euro: Der siebenjährige Ryan ist derzeit der finanziell erfolgreichste YouTuber. Innerhalb eines Jahres hat er einen kometenhaften Aufstieg hingelegt.

© YouTube/ScreenshotRyan ist wie jeder andere Siebenjährige. Nur eben mit sehr viel Geld.



Innsbruck – Ryan ist sieben Jahre alt, liebt Lego, Züge, Autos – und seine 17 Millionen Fans auf YouTube. Quasi spielend verdiente er in einem Jahr rund 22 Millionen Dollar (19,4 Mio. Euro). Damit ist der Siebenjährige mit seinem Kanal „Ryan ToysReview“ laut dem Magazin „Forbes“ der bestverdienende YouTuber weltweit. Das Branchenblatt veröffentlichte vor kurzem die Top Ten der Spitzenverdiener der Videoplattform (siehe Factbox unten). Gemeinsam kommen sie auf ein Einkommen von rund 180 Millionen Dollar.

Fünf der zehn Plätze sind mit jungen Männern besetzt, die Videospiele spielen und kommentieren. Darunter auch der schwedische Gamer und die einstige Nummer eins PewDiePie, der mit einem Jahreseinkommen von 15,5 Millionen Dollar „nur“ noch auf dem vorletzten Platz zu finden ist. In Sachen Abonnements kann ihm aber keiner das Wasser reichen: 73 Millionen Menschen folgen ihm.

Großteil durch Werbung eingenommen

Den neunten Rang hatte im Vorjahr noch der kleine Ryan inne. Jetzt hat er die Konkurrenz überholt. Mittlerweile ist der Spielzeugtester nicht nur älter, sondern auch reicher geworden und hat seinen Verdienst mehr als verdoppelt. Seine Abonnenten-Zahl stieg seit Dezember 2017 noch einmal um sieben Millionen; im selben Zeitraum stieg die Anzahl der Videoaufrufe von 17 Milliarden auf 26 Milliarden. Der Kanal wurde im März 2015 von seinen Eltern eingerichtet, mittlerweile gibt es dort mehr als 1000 Videos. Warum er so erfolgreich ist? „Weil ich unterhaltsam und lustig bin“, erklärte Ryan gegenüber NBC News.

Laut „Forbes“ machen die Werbeclips vor seinen Videos gut 96 Prozent des Umsatzes aus, das restliche Geld stammt aus gesponserten Beiträgen. Mittlerweile vertreibt eine große US-Supermarktkette auch Spielzeug unter seinem Namen. 15 Prozent von Ryans Einnahmen werden derzeit aufgrund seines jungen Alters auf einem gesonderten Konto verbucht, auf dem sie geschützt sind, bis er alt genug ist.

Keine Frau in den Top Ten

Knapp hinter Ryan auf Platz zwei rangiert mit 21,5 Mio. Dollar der Video-Blogger (Vlogger) Jake Paul (21), der sein Einkommen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verdoppeln konnte. Mit seinen Streichen und Rapsongs unterhält er aktuell – und ebenso wie Ryan – 17 Millionen Abonnenten. Das Stockerl komplett machen die fünf jungen Sportskanonen von „Dude Perfect“ mit ihrem verrückten Stunts und Tricks und 20 Millionen Dollar.

Bestbezahlte YouTuber 2018

Platz 1: Spielzeugtester Ryan ToysReview | 22 Mio. Dollar, 17 Mio. Abos

Platz 2: Vlogger Jake Paul | 21,5 Mio. Dollar, 17 Mio. Abos

Platz 3: Stunt-Truppe Dude Perfect | 20 Mio. Dollar, 36 Mio. Abos

Platz 4: Gamer „DanTDM“ | 18,5 Mio. Dollar, 20 Mio. Abos

Platz 5: Make-up-Künstler Jeffree Star | 18 Mio. Dollar, 11 Mio. Abos

Platz 6: Gamer Markiplier | 17,5 Mio. Dollar, 22 Mio. Abos

Platz 7: Gamer VanossGaming | 17 Mio. Dollar, 23 Mio. Abos

Platz 8: Gamer Jacksepticeye | 16 Mio. Dollar, 20 Mio. Abos

Platz 9: Gamer PewDiePie | 15,5 Mio. Dollar, 73 Mio. Abos

Platz 10: Vlogger Logan Paul | 14,5 Mio. Dollar, 18 Mio. Abos

Der letztjährige Erstplatzierte Daniel Middleton (27) aka „DanDTM“ konnte seinen Gewinn lediglich um 4,5 Millionen Dollar steigern und fiel somit auf Platz vier zurück (18,5 Mio. Dollar). Der Brite spielt seit sechs Jahren vor der Kamera Computerspiele und gilt als Minecraft-Spezialist. Gänzlich neu in der Top Ten ist auf Rang acht der Ire „Jacksepticeye“, ebenfalls Gamer.

Als Grundlage für die Berechnungen der Liste verwendete „Forbes“ die Einnahmen der YouTube-Stars vor Steuern und anderen Kosten – wie etwa Honorare für Agenten, Manager und Anwälte – über einen Zeitraum von zwölf Monaten. Nach eigenen Angaben wurden dazu Branchenexperten befragt und Daten von Agenturen wie Captiv8, SocialBlade und Pollstar ausgewertet. (tst)