Letztes Update am Do, 21.03.2019 11:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Künstliche Intelligenz

Mit Google-Doodle komponieren wie Johann Sebastian Bach

Das heutige Google-Doodle ist etwas ganz Besonderes, denn zum ersten Mal nutzt die Suchmaschine dafür eine künstliche Intelligenz. Sie wandelt Nutzer-Eingaben in eine Harmonie um, die nach Johann Sebastian Bach klingen soll.

Im heutigen Google-Doodle haut eine Bach-KI in die Tasten.

© Screenshot / GoogleIm heutigen Google-Doodle haut eine Bach-KI in die Tasten.



Innsbruck – Mit seinen wechselnden Doodles bringt Google Abwechslung in den Suchmaschinen-Alltag. Oft werden damit berühmte Persönlichkeiten an ihrem Geburtstag geehrt und man erhält viele interessante Informationen, wenn man das Doodle anklickt. Heute würdigt Google niemand Geringeren als Johann Sebastian Bach, der am 21. März 1685 in Eisenach das Licht der Welt erblickte. Um dem Musikgenie an seinem 334. Geburtstag gerecht zu werden, hat sich das Doodle-Team etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Zum ersten Mal steckt hinter einem Doodle eine künstliche Intelligenz (KI).

Die KI wurde via maschinellem Lernen mit 306 Bach-Kompositionen so trainiert, dass sie aus beliebigen Notenfolgen eine vierstimmige Melodie erzeugt, die so klingen soll, als hätte sie der große Meister höchstpersönlich umgewandelt.

Komponieren und teilen

Jeder Nutzer kann ausprobieren, ob die Doodle-KI diesem hohen Anspruch gerecht wird. Nach einem Klick auf die Animation gibt es zunächst ein hübsch animiertes Intro, in dem erklärt wird, wie aus einer einfachen Melodie Akkorde werden und dann eine vierstimmige Harmonie. Dann kann man auch schon loslegen, eigene Noten eingeben, die Geschwindigkeit anpassen und so lange probieren, bis einem die Melodie gefällt. Dann klickt man auf „Harmonisieren“ und die KI legt los.

Im Anschluss kann man sich das Ergebnis anhören, Änderungen vornehmen und so lange experimentieren, bis sich das Stück „meisterhaft“ anhört. Schließlich kann man es herunterladen, teilen und wenn man möchte, zu Googles Fundus hinzufügen.

Maschinelles Lernen im Browser

Das Prinzip erinnert an den Huawei-Versuch, mit Unterstützung einer KI Schuberts unvollendete Sinfonie zu vollenden. Der Aufwand war dabei unweit größer, schließlich galt es einen kompletten Satz zu erschaffen, während die Bach-KI nur eine ganz kurze Harmonie erzeugt.

Allerdings tun dies beim heutigen Doodle weltweit Millionen Nutzer gleichzeitig, was normalerweise enorm viel Server-Leistung erfordern würde. Um das zu bewältigen, setzt Google ein raffiniertes Verfahren ein, das maschinelles Lernen innerhalb des Browsers mithilfe der Grafikeinheit des Nutzer-Rechners ermöglicht. Nur wenn deren Leistung nicht ausreicht, wird die Anfrage über Googles Rechenzentren verarbeitet. (TT.com)


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