Letztes Update am Do, 13.06.2019 15:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Huawei unter Druck: MateBook auf Eis, gedrückter Smartphone-Absatz

Eigentlich hätte diese Woche ein neuer Laptop von Huawei vorgestellt werden sollen. Die Präsentation wurde aber auf Eis gelegt. Der chinesische Konzern kann wegen der US-Blockade sein MateBook nicht mit Komponenten versorgen.

Eigentlich wollte Huawei diese Woche ein neues MateBook vorstellen.

© AFPEigentlich wollte Huawei diese Woche ein neues MateBook vorstellen.



Shenzhen — Der Handelsstreit zwischen China und den USA setzt den chinesischen Huawei-Konzern zunehmend unter Druck. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird die neue MateBook-Serie auf Eis gelegt. Der Laptop hätte eigentlich diese Woche vorgestellt werden sollen. Richard Yu, Chef der Huawei-Consumer-Sparte, bestätigte in einem Interview mit CNBC, dass die Präsentation auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Grund dafür sei, dass man die Computer derzeit nicht mit Teilen versorgen könne. Das MateBook läuft mit Windows - und das ist neben Intel-Chips wegen der US-Blockade nicht verfügbar. Einen neuen Termin für die Vorstellung des neuen MateBook gibt es laut Yu nicht. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten.

Die USA hatten Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, mit denen US-Firmen keine Geschäftsbeziehungen ohne eine spezielle Genehmigung unterhalten dürfen. Für Betriebssysteme ist die Regelung noch bis Mitte August ausgesetzt, Google will laut einem Medienbericht eine langfristige Ausnahme erreichen. Huawei hatte bereits angekündigt, spätestens zum kommenden Frühjahr ein eigenes Betriebssystem zur Marktreife bringen zu können. Für den europäischen Markt ist aber die Integration von Google-Diensten wichtig.

US-Blockade drückt Smartphone-Absatz in Deutschland

Huawei hat letztens eingeräumt, dass die US-Sanktionen den Verkauf seiner Smartphones in Deutschland bremsen. „Unser Marktanteil in Deutschland ist bis zuletzt auf mehr als 20 Prozent gestiegen in den vergangenen Jahren. Aktuell stockt der Verkauf logischerweise etwas", sagte der stellvertretende Chef von Huawei Deutschland, David Wang, der Rheinischen Post (Dienstag). Auslöser sei die Sorge der Kunden, dass Huawei keine Updates des Android-Betriebssystems von Google mehr bekommen werde.

Wang bekräftigte zugleich, dass Huawei von einer Kooperation mit deutschen Mobilfunk-Anbietern beim Aufbau der superschnellen 5G-Netze ausgehe. „Wir liefern aktuell Netzwerkelemente für den Ausbau der LTE-Netze von Deutsche Telekom, Vodafone Deutschland und von Telefonica Deutschland", sagte der Huawei-Manager.

„Wir rechnen damit, dass wir auch beim Bau der künftigen 5G-Netze mit diesen drei Unternehmen eng zusammenarbeiten." Huawei wolle auch die erwarteten Sicherheits-Auflagen für 5G-Lieferanten erfüllen. „Es hat niemals irgendwo einen Hinweis auf eingebaute Hintertüren in unserer Software gegeben", betonte Wang. (APA/dpa, TT.com)