Letztes Update am Mi, 28.08.2019 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


5G-Internet

5G kommt nach Wörgl und damit auch viele Bedenken

Erstes stadtumspannendes 5G-Datennetz in Österreich. Bedenken wegen einer Gesundheitsgefährdung weisen Drei und Stadtführung zurück.

Die Stadt ist nun in der Lage das gesamte Gemeindegebiet mit Highspeed-Internet zu versorgen.

© iStockphotoDie Stadt ist nun in der Lage das gesamte Gemeindegebiet mit Highspeed-Internet zu versorgen.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Fallen in Zukunft in der Stadt Wörgl die Vögel tot vom Himmel, oder wird die Krebsgefahr noch höher als bisher? Immerhin wird die Stadt die erste österreichweit sein, die flächendeckend mit einem 5G-Netz ausgestattet wird. Und Schreckensszenarien, wie die zuvor genannten, haben die Gegner genug parat. Daher hat sich genauso rasant, wie die Daten künftig in Wörgl unterwegs sein sollen, die Diskussion an den Stammtischen entwickelt. „Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit“, räumte auch Bürgermeisterin Hedi Wechner ein, die gestern gemeinsam mit Jan Trionow, CEO des Mobilfunkanbieters Drei, den Datennetz-Quantensprung vorstellte. Der Konzern hat bereits in Linz und Pörtschach 5G ausgebaut, Wörgl wird nun der erste Vollausbau.

Im Zusammenhang mit dieser Gesundheitsdiskussion verweist Trionow auf entsprechende Studien der Weltgesundheitsorganisation und die strengen Grenzwerte, die eingehalten werden. Zudem werde 5G effektiver ausgestrahlt. „Aber“, auch das räumt Bürgermeisterin Hedi Wechner ein, „es gibt bislang keine Langzeitstudien, weil die Technik noch zu neu ist.“ Trotzdem sehe sie keine Gefahr für die Gemeindebürger. „Wenn ich es schaffe, den Kopf in das Mikrowellengerät zu legen und es dann noch schaffe, die Türe zu schließen, dann bin ich wirklich in Gefahr“, meint sie.

Die Wörgler Stadtführung begrüßt auf alle Fälle 5G, überwiegen doch die Vorteile für den Wirtschafts-, Bildungs- und Ärztestandort gegenüber den allfälligen Bedenken, wie Wechner anfügt. Es wird (vorerst) auch keinen neuen Antennenwald geben, da die bereits für den Mobilfunk verwendeten ausreichen. In den kommenden Monaten will Drei das Netz weiter ausbauen und – sobald genügend Standorte angebunden sind – Angebote mit entsprechenden Endgeräten und Tarifen auf den Markt bringen. Mit 5G können High-Speed-Übertragungsgeschwindigkeiten von ein bis zehn Gbit/s möglich werden.