Letztes Update am Do, 19.09.2019 16:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mate-30-Serie

Huawei stellte Handy ohne Google-Apps vor, ohne Google zu erwähnen

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei stellte am Donnerstag in München seine neuesten Smartphones vor. Ob die Mate-30-Serie überhaupt in Europa erhältlich sein wird, bleibt unklar.

Ob die Mate-30-Serie auch in Europa erhältlich sein wird, blieb bei der Präsentation in München unklar.

© AFPOb die Mate-30-Serie auch in Europa erhältlich sein wird, blieb bei der Präsentation in München unklar.



München — Am Donnerstag präsentierte der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei im München Details zu seinem neuesten Highend-Smartphone, dem Mate 30 (Pro). Bei der aufwendig inszenierten Produktvorstellung wurde über viele Details gesprochen. Wichtige Fragen blieben allerdings offen. Vergeblich wartete man beispielsweise auf eine Erklärung von Richard Yu (Chef des Huawei-Verbrauchergeschäftes) zum Thema Google. Nach Yus stundenlangen Ausführungen im denkbar schlechtesten Englisch waren sich alle Anwesenden sicher: Das Wort "Google" kam bei der Präsentation nicht einmal vor.

Auch zur Verfügbarkeit der neuen Geräte gab es keine Angaben. Allerdings wurden in München nur Euro-Preise der Geräte genannt, was zumindest auf Pläne für eine Markteinführung in Europa hinweist. Bereits zuvor war klar, dass das Mate 30 wegen der Sanktionen der US-Regierung ohne vorinstallierte Google-Apps erscheinen wird. Auf den in München verfügbaren Demo-Modellen waren entsprechend keine Google-Anwendungen zu sehen.

Yu betonte, die Mate-30-Smartphones seien Konkurrenz-Modellen von Apple oder Samsung überlegen, etwa bei der Geschwindigkeit des 5G-Datenfunks oder der Batterieleistung. Um die Lichtstärke der Kamera zu demonstrieren, präsentierte Yu auf der Bühne das Nachtbild einer Berglandschaft - als Vergleichsbild von einem Samsung Galaxy Note 10 war einfach ein schwarzes Viereck zu sehen. Dabei wurde auch deutlich, wie sich Huawei auf ein Leben ohne Google anpasst: "Man braucht keine anderen Foto-Apps".

Die Gesichtserkennung nutzt Huawei für mehrere innovative Funktionen. So blendet das Mate 30 vertrauliche Benachrichtigungen ein, wenn sein Nutzer darauf blickt. Taucht eine andere Person im Blickfeld des Telefons auf, werden die Informationen wieder versteckt. Außerdem wechselt die Bildschirmorientierung automatisch, weil die Kamera dafür auf die Position des Gesichts achtet.

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Als Alternative zu Googles App-Plattform Play Store präsentierte Huawei seine eigene "App Gallery". Neben den Smartphones kündigte Huawei auch einen Fernseher und neue Smartwatches an. Diese sollen im Oktober auf den Markt kommen. Beim Mate 30 nannte Huawei unterdessen weder einen Termin noch die Länder.

Mate X vorerst nur in China

Bei der Präsentation wurden auch Details zu Huaweis auffaltbarem Handy, dem Mate X, bekannt. So soll das Auffalt-Smartphone zunächst nur in China auf den Markt kommen. Das Gerät solle vom kommenden Monat an im Heimatmarkt verkauft werden, sagte Richard Yu. Damit würde Marktführer Samsung zunächst im Westen der einzige Anbieter eines Telefons bleiben, das sich auf die Größe eines kleinen Tablets auffalten lässt. Huawei wurde von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt und kann deswegen in neuen Geräten keine Google-Apps vorinstallieren. (dpa, TT.com)

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