Letztes Update am Di, 22.10.2019 16:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Gut zu wissen: Das müssen Windows-7-Nutzer jetzt beachten

Ein Software-Dinosaurier verschwindet: Am 14. Januar 2020 stellt Microsoft den Support für sein Betriebssystem Windows 7 ein. Was das für die Nutzer bedeutet, lesen Sie hier.

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Innsbruck — Mit Windows 7 verlässt in weniger als drei Monaten ein regelrechter Dinosaurier die Bühne der digitalen Welt. Ab dem 14. Jänner 2020 stellt Microsoft den Support für das weltweit immer noch weit verbreitete Betriebssystem ein — sein Aus ist damit besiegelt.

Nutzer sollten das keineswegs auf die leichte Schulter nehmen oder versuchen, es auszusitzen. Fakt ist: Wer Windows 7 weiter nutzt, hat mit schwerwiegenden Folgen zu rechnen. Was jetzt zu beachten ist, lesen Sie hier:

Wie finde ich heraus, ob ich Windows 7 habe?

Bei älteren Windows-Versionen: Links unten „Start" anklicken --> im geöffneten Menü mit der rechten Maustaste „Computer" anklicken und Eigenschaften auswählen. Im geöffneten Fenster stehen nun in der Mitte die Informationen zur Windows-Version.

Unter Windows 10: Start --> Einstellungen --> System --> Info

Andere Windows-Versionen: Anleitung der Softwarefirma Kaspersky im Internet

Was passiert, wenn ich nichts unternehme?

Ab 14. Jänner 2020 wird es keine Software- oder Sicherheits-Updates mehr für Windows 7 geben. Nutzer riskieren, sich ungeschützt Cyber-Angriffen und Schadsoftware auszusetzen. Zudem wird der Microsoft-Kundendienst nicht mehr zur Verfügung stehen, um technischen Support für Windows 7 bereitzustellen.

Was kann ich konkret tun?

Sicherheitsexperten raten dringend davon ab, Windows 7 weiter zu nutzen. Auch Microsoft selbst rät, sich auf einen Systemwechsel vorzubereiten. Konkret heißt das: Wer Windows 7 nutzt, sollte auf ein aktuelleres Betriebssystem umsteigen. Microsoft rät dazu, auf ein neues Gerät umzusteigen, bei dem Windows 10 schon vorinstalliert ist. Heutige PCs seien schneller, einfacher, leistungsstärker und sicherer. Es ist aber auch möglich, einfach ein Update herunterzuladen - allerdings ist nicht jeder PC kompatibel. >> Hier alle erforderlichen Kriterien

Wo gibt es das neue Betriebssystem?

Windows 10 ist auf den meisten neuen Windows-Computern schon vorinstalliert. Falls man einen älteren, aber kompatiblen PC hat (siehe Punkt vorher), kann man ein kostenpflichtiges Update herunterladen oder eine Vollversion der Software im Elektrofachhandel erwerben. Zu kaufen gibt's das Upgrade auf Windows 10 auch auf der Microsoft-Homepage um 145 Euro >> zum Shop.

Warum zögern viele Nutzer?

Wegen des Preises. Im Gegensatz zum Wettbewerber Apple, der seine neuen macOS-Versionen kostenlos anbietet, verlangen Microsoft und seine Partner Geld für Updates. Zwar hatte Microsoft nach dem Marktstart von Windows 10 das Upgrade von Windows 7 und 8 für geraume Zeit kostenlos ins Netz gestellt. Dieses Angebot ist allerdings seit zwei Jahren ausgelaufen.

Droht ähnliches Chaos wie bei Windows XP?

Als das Aus von Windows XP angekündigt wurde, gab es große Aufregung. Damals nutzten das System nicht nur Private, sondern auch viele Unternehmen — und zwar noch weit über das Support-Ende hinaus. In vielen Betrieben konnten alte Programme nur mit dem veralteten Betriebssystem am Laufen gehalten werden. Auch in Geldautomaten steckte oft noch XP. Für Sicherheitsexperten war diese Zeit sehr nervenaufreibend. „Unsere Kunden haben aus der Situation bei Windows XP gelernt", sagte Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland. „Wer sich frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigt, minimiert Risiken und Kosten und profitiert von aktuellen Sicherheitsfunktionen und Innovationen."

Wie weit verbreitet ist Windows 7 noch?

Den Software-Oldtimer Windows 7 gibt es bereits seit Jänner 2009. Trotzdem ist er noch auf fast jedem vierten genutzten Desktop-PC in Deutschland aktiv (24,2 Prozent). Das System dürfte vor allem in vielen Unternehmen bis heute im Einsatz sein. Das aktuelle Windows 10 nutzen unterdessen zwei Drittel der Windows-Nutzer (66,3 Prozent). Laut Microsoft ist es inzwischen auf 800 Millionen Geräten weltweit installiert. (TT.com/reh)