Letztes Update am Mi, 30.10.2019 20:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Web und Tech

Unternehmen fordert User auf, Fotos ihrer “Häufchen“ einzuschicken

Forscher eines MIT-nahen Unternehmens in den USA fordern im Internet dazu auf, sein Häufchen in der Toilette zu fotografieren und das Bild in ein System einzuspielen.

Symbolfoto.

© E+Symbolfoto.



Innsbruck — Klingt kurios, ist es auch: Amerikanische Forscher fordern in einer Kampagne im Internet dazu auf, Fotos von Fäkalien in Toiletten einzuschicken. Die Bilder werden in eine Plattform eingespeist, um Künstliche Intelligenz zu trainieren. Wie The Verge berichtet, geht die Initiative vom MIT-nahen Unternehmen „Seed Health" aus.

100.000 Fotos von „Häufchen" sollen gesammelt und von Ärzten analysiert werden. Die Ergebnisse sollen anschließend in ein System eingegeben werden. Künstliche Intelligenz macht daraus dann am Ende eine Art Diagnose-Tool für Mediziner. Ziel ist es, Patienten mit chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Chron oder Reizdarmsyndrom zu helfen.

An sich kann jeder, der ein Smartphone hat, die Fotos seines Geschäftes direkt auf seed.com/poop hochladen — in erster Linie sollen jedoch Menschen in den USA angesprochen werden. Angeben muss man eine E-Mail-Adresse, am Ende werden die Daten laut den Forschern jedoch anonymisiert.

Jedes eingeschickte Bild wird von einem Gastroenterologen analysiert und einer von sieben Kategorien zugeordnet. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Nutzer an Verstopfung oder Durchfall leidet. Mit den Resultaten wird dann die Künstliche Intelligenz trainiert — ähnlich wie selbstfahrenden Autos, die Gegenstände auf der Straße unterscheiden können. Die „Kacke"-Datenbank soll irgendwann eine Art Open-Source-Werkzeug für Forscher werden. (TT.com/reh)

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