Letztes Update am Di, 19.11.2019 13:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Videospiele

Große Erwartungen: Google startet Spiele-Streamingdienst Stadia

Seit Dienstag ist der Spiele-Streamingdienst Stadia von Google in 14 Ländern in Europa und Nordamerika zu haben. Das Abo kostet pro Monat 9,99 Euro.

Google wirbt damit, dass Spieler mit Stadia keine Konsolen mehr brauchen, sondern sich die Spiele direkt streamen können.

© AFPGoogle wirbt damit, dass Spieler mit Stadia keine Konsolen mehr brauchen, sondern sich die Spiele direkt streamen können.



San Francisco, Mountain View — Zocken ohne Konsole und auf jedem verfügbaren Bildschirm: Mit seinem neuen Spiele-Streamingdienst Stadia schürt der US-Technologiekonzern Google hohe Erwartungen in der Gamerszene. Mit dem Start von Stadia am Dienstag ist das Angebot in 14 Ländern in Europa und Nordamerika zu haben, dann gibt es auch das Abo Stadia pro für 9,99 Euro im Monat.

Ein kostenloses Angebot soll 2020 hinzukommen — dann allerdings mit Abstrichen bei Qualität und Technik. Google wirbt damit, dass Spieler mit Stadia keine Konsolen mehr brauchen, sondern sich die Spiele direkt streamen können.

Das Abo enthält einige wenige kostenlose Spiele und den Zugang zu allen anderen kostenpflichtigen Angeboten. Am Anfang bietet Stadia 22 Titel an, darunter Assassin's Creed Odyssey, Red Dead Redemption 2 und Tomb Raider, bis zum Jahresende sollen es rund 30 Spiele sein. Auch eigene Produktionen sind geplant.

Starterkit umfasst Abo, Controller und Streaming-Box

Schon im vergangenen Monat verkaufte Google Starterkits für sein Angebot — dazu gehören neben einem dreimonatigen Abo ein Controller und eine Streaming-Box. Über den Google-Browser Chrome lassen sich die Spiele auch auf dem Laptop und sogar auf dem Handy streamen, allerdings ist hierfür ein Google-Smartphone nötig.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Google wirbt in dem bisher noch kaum erschlossenen Markt für Spiele-Streamingdienste mit der Möglichkeit, jederzeit überall zocken zu können. So sollen Gamer unter anderem ein Spiel am Computer starten und auf dem Handy fortsetzen können. Allerdings ist generell eine gute Internetverbindung nötig, sonst drohen Ausfälle. Außerdem wird es zunächst versprochene Möglichkeiten wie das Integrieren von YouTube in Stadia zunächst nicht geben.

„Es entsteht der Eindruck, sie wollten Stadia schnell herausbringen, bevor die Plattform vollkommen bereit ist", kommentierte der Experte George Jijiashvili von der Beratungsfirma Ovum den Start von Stadia. Das sei etwas beunruhigend, da Google riskiere, seine Versprechen nicht halten zu können. Letztlich komme es aber für die Spieler darauf an, dass der Dienst zuverlässig funktioniere und qualitativ hochwertige Spiele anbiete.

Außer Stadia gibt es bereits andere Angebote für Cloud-Spiele, etwa die Playstation Now von Sony oder den französischen Dienst Shadow. Die Nutzerzahlen sind allerdings noch vergleichsweise überschaubar und Sony bietet etwa nur einen kleinen Teil seines Spieleangebots auf der Plattform an. Ein größerer Konkurrent für Google könnte Microsoft werden — der Anbieter der XBox-Konsole arbeitet derzeit an einem Angebot namens XCloud, das 2020 auf den Markt kommen soll. (APA/AFP)