Letztes Update am Fr, 25.10.2013 10:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Goodbye Deponia

Würdiger Abschied vom Müllplaneten

Mit „Goodbye Deponia“ beendet das deutsche Studio Daedalic seine Trilogie rund um den namensgebenden Müllplaneten. Und sorgt damit für einen wahren Höhepunkt des modernen Adventure-Genres.



Von Lukas Schwitzer

Innsbruck – Praktisch im Alleingang hält das deutsche Entwicklerstudio Daedalic das bereits vor langer Zeit fast ausgestorbene Genre des Point-&-Click-Adventures, das Klassiker wie die „Monkey Island“-Reihe oder „Day of the Tentacle“ hervorbrachte, am Leben. Mit „Goodbye Deponia“ erschien nun der jüngste Streich und gleichzeitig eines der besten Spiele des Studios.

Von „vergnüglichen Stunden auf einem Müllplaneten“ zu sprechen, mag erst einmal sonderbar anmuten. Freunde der „Deponia“-Reihe aber wissen, was gemeint ist. Der namensgebende Planet in der Adventure-Trilogie ist nämlich nicht nur Schauplatz für spannende Geschichten, sondern beherbergt auch einiges an skurrilem Humor.

Detailverliebtes großes Ganzes

Zum Abschluss der Geschichte um Rufus und seine Angebetete Goal fährt Daedalic in „Goodbye Deponia“ noch einmal alles auf, was die beiden hochgelobten Vorgänger „Deponia“ und „Chaos auf Deponia“ auszeichnete. Witzige Charaktere und Dialoge mit unerwartet viel Tiefgang, eine spannende Story mit überraschenden Wendungen – und alles gekleidet in die wie gewohnt liebevoll handgezeichneten Hintergründe und Figuren - machen „Goodbye Deponia“ zu einem der besten Adventures der letzten Jahre.

Die deutschen Sprecher (darunter erstmals Smudo von den Fantastischen Vier) spielen ihre Rollen grandios, der Soundtrack – den man mit dem Spiel erhält – ist gewohnt wunderschön. Einziger Mangel von „Goodbye Deponia“ ist ein Problem, mit dem viele Adventures kämpfen müssen: Gelegentlich ist die Lösung für eines der vielen Rätsel nicht unbedingt als „logisch“ zu bezeichnen, mit dem einen oder anderen Versuch aber sind alle lösbar.

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Fazit

Neben der „Deponia“-Reihe entwickelt Daedalic auch noch eine Adventure-Serie, die in der Welt des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ spielt. Nach „Satinavs Ketten“ erschien im Sommer nun „Memoria“. Seine Produktivität hat das Studio also bereits klar bewiesen. Dass dabei auch die Qualität auf einem so hohen Niveau bleibt, ist da keineswegs selbstverständlich.

Freunde des Adventure-Genres müssen nun hoffen, dass sich Daedalic nicht ganz von seinem Stamm-Genre abwendet – das erste Rollenspiel des Studios, „Blackguards“, wurde ja bereits angekündigt. Doch wenn eines beim Spielen von „Goodbye Deponia“ und seinen Geschwistern klar wird, dann, dass das Daedalic-Team wahre Leidenschaft mit seinen Adventures verbindet.

Unsere Bewertung: 9/10

Entwickler/Publisher: Daedalic Entertainment

„Goodbye Deponia“ ist seit 15. Oktober für Windows erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von Daedalic Entertainment.