Letztes Update am So, 13.05.2012 12:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sicherheit geht vor im Babyzimmer

Bei einigen wird ein rosa Prinzessinnentraum entworfen. Bei anderen die halbe Tierwelt an die Wand gepinselt. Doch auch auf die Sicherheit sollte in einem Babyzimmer geachtet werden.



Hamburg – Bei der Ausstattung des Babyzimmers leben viele Eltern ihre kreative Ader aus. Neben ästhetischen Gesichtspunkten sollte der Raum für die ersten Lebensjahre aber vor allem die wichtigsten Sicherheitsstandards erfüllen.

Während offene Steckdosen und scharfe Kanten offensichtlich ins Auge fallen, gibt es vermeintlich harmlose Deko-Elemente, die gefährlich werden können. Bevor Eltern Details wie die Wandfarbe oder die Vorhänge aussuchen, sollten sie sich Gedanken zur Lage des Raums machen. Praktisch ist es, wenn Kinder- und Elternschlafzimmer auf einer Ebene liegen: „Kinder schlüpfen oft jahrelang gern nachts ins Bett der Eltern. Ist das Kinderzimmer oben und das Elternschlafzimmer unten, können die Kinder auf der Treppe stolpern, ausrutschen oder stürzen“, sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion „Das Sichere Haus“ (DSH).

In den ersten Wochen nach der Geburt wird das Babyzimmer vermutlich noch nicht so ausgiebig genutzt. Idealerweise schläft das Kind in seinem eigenen Bett im Elternschlafzimmer. So hören die Eltern schneller, wenn das Kind wach wird, und die Mutter kann es stillen. Genutzt wird das Babyzimmer anfangs vor allem zum Wickeln. Die Wickelkommode ist dabei eine der größten Unfallquellen, da Babys leicht herunterfallen können. Deshalb sollten Eltern die Kommode am besten in einer Zimmerecke an die Wand rücken, sodass das Möbelstück von zwei Seiten begrenzt ist. Eine Auflage mit hohem Rand verhindere ebenfalls, dass die Kinder herunterrollen, erläutert Hebamme Silvia Höfer.

Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie ihr Kind auf einer Decke auf dem Boden wickeln. „Am besten wählt man eine Unterlage, die waschbar ist“, sagt Höfer. Wird auf dem Boden gewickelt, sollten Eltern alle Pflegeprodukte außer Griffweite des Kindes räumen. Nachteil der ebenerdigen Wickelstation: Das Knien oder Sitzen auf dem Boden kann leicht für den Rücken belastend sein.

Bei der Auswahl der Babymöbel sollten Eltern auf hochwertiges und geprüftes Material achten. Beschichtetes oder lackiertes Holz gase stärker Formaldehyd aus als Massivholz, sei dafür aber unempfindlicher und leichter zu reinigen. „Allerdings können Lacke Schadstoffe enthalten, die das Baby zum Beispiel aufnehmen kann, wenn es daran leckt“, sagt Ralf Diekmann vom TÜV.

Beim Kauf einer Babymatratze sollten Eltern vor allem darauf achten, dass die Unterlage richtig ins Bett passt und keine Schlitze entstehen. Wichtig ist der Härtegrad: „Die Matratze muss eine gewisse Festigkeit haben. Das Kind darf nicht tiefer als zwei, drei Zentimeter einsinken“, erklärt Höfer. Diekmann empfiehlt, auf eine atmungsaktive Matratze zu achten. In jedem Fall sollte ein Modell speziell für Kinder gewählt werden. (APA, dpa)




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