Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.05.2015


Osttirol

Gesundheits-Modellregion soll Heliproblem lösen

Nach dem angekündigten Rückzug von Roy Knaus bliebe Osttirol nur noch ein Rettungshubschrauber. Impuls Tirol will das verhindern.

© BrunnerBraucht der Bezirk zwei Rettungshubschrauber oder genügt einer? Für die Landtagsabgeordneten von Impuls Tirol ist klar: Einer reicht nicht für die Versorgung von Osttirol und Oberkärnten.Foto: Brunner



Von Catharina Oblasser

Lienz – Eine Halbierung steht Osttirol bei der Flugrettung bevor: Roy Knaus, der einen Stützpunkt in Matrei hat, zog seinen Antrag auf einen neuen Heliport zurück, eventuell will er in Osttirol nur noch Transport- und Lastenflüge durchführen. Damit bleibt als einziger Rettungshubschrauber der Christophorus 7 des ÖAMTC, der in Nikolsdorf stationiert ist.

Das reicht nicht, meinen die Abgeordneten von Impuls Tirol, Josef Schett, Maria Zwölfer und Hans Lindenberger sowie Beirat Joe Falkner. „Ein einziger Helikopter kann nicht genügen, vor allem, wenn er auch noch Ober­kärnten mitversorgen muss“, meint Schett. Für Falkner, der aus Sölden stammt, ist die Reduktion ein „geographisches Unding“.

Eine Lösung könnte im Rahmen der neuen Gesundheits-Modellregion Osttirol zu finden sein, meinen die Impuls-Vertreter. Der Landtag hatte ja in seiner letzten Sitzung auf Antrag von Impuls eine solche Region beschlossen. Inhalt: Niedergelassene Mediziner, das Krankenhaus, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer sollen Wege finden, dem Ärztemangel am Land zu begegnen, medizinische Versorgung so wohnortnah wie möglich zu gewährleisten und die bestmögliche Rettungskette bei Notfällen zu schaffen. Dafür wird eine Arbeitsgruppe gebildet. „Die Flugrettung soll natürlich auch mit eingebunden sein“, sagt Schett.

Kommende Woche würden sich die Vertreter der genannten Gesundheitseinrichtungen treffen und dann ihre Sprecher bzw. die Mitglieder der Arbeitsgruppe bestimmen. Mit Krankenkasse und Ärztekammer werde Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg Kontakt aufnehmen, meint Lindenberger.

Ein wichtiger Eckpfeiler der Gesundheits-Modellregion sind Hausapotheken. Mit der Aussicht auf eine solche profitable Nebeneinkunft seien junge Mediziner eher bereit, sich am Land niederzulassen. „Und auch die Patienten profitieren davon, wenn sie die Medikamente gleich vor Ort bekommen“, sagt Maria Zwölfer. Dem steht jedoch der so genannte „Gebietsschutz“ gegenüber. Gibt es in der Nähe eine öffentliche Apotheke, wird keine Hausapotheke bewilligt. Zwölfer und ihre Parteikollegen sind dafür, diese starre Regelung aufzuweichen.