Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.06.2015


Hall

„Wir wollen hier kein Kraftwerk“

Anrainer haben 432 Unterschriften gegen ein Kraftwerk am Haller Amtsbach gesammelt – für das noch gar kein Antrag vorliegt.

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© Domanig



Von Michael Domanig

Hall – Insgesamt 432 Unterschriften gegen ein angeblich geplantes privates Turbinenkraftwerk hat die Initiativ­e „Rettet den Halle­r Amtsbach!“ gesammelt. Unlängst übergaben Vertreter der Initiative – sie versammelt Bewohner der Recheis-, Schweyger-, Scheidenstein- und Speckbacherstraße – ihre Petition an Wolfgang Nairz, den Leiter des Umweltreferats der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck.

Initiativensprecher Johannes Fischler fasste dabei noch einmal die zentralen Anliegen zusammen: Der Haller Amtsbach sei das „letzte freifließende Gewässer im Haller Kerngebiet“. Man wolle nicht, dass der Großteil seines Wassers in einer Druckrohrleitung verschwindet, und schon gar nicht, dass „mitten im Wohngebiet“ ein Turbinenkraftwerk errichtet werde. Der Bach schaffe im dicht besiedelten Gebiet ein angenehmes Mikroklima für die Anrainer („allein wenn er im Sommer drei Wochen zur Säuberung gesperrt wird, ist das die Hölle“), zudem gehe es um den Ortsbildschutz.

Für Nairz war es eine eher ungewöhnliche Situation: „Das ist der erste Fall, wo die Parteien schon zu mir kommen, bevor es einen Antrag gibt.“ Denn der BH als Wasserrechtsbehörde liege bisher kein Antrag auf ein Kraftwerk vor. Falls ein solcher eingereicht werden sollte, werde man die Petition, soweit rechtlich möglich, „in die Interessenabwägung einbeziehen“, führt Nairz aus.

Der Absamer Unternehmer Hubert Knapp, Obmann der Amtsbachgenossenschaft und Inhaber mehrerer Kleinkraftwerke, erklärte im TT-Gespräch einmal mehr, dass er „nichts eingereicht“ habe und diesbezüglich auch keine konkreten Pläne hege. Er habe nicht vor, sich „mit den Leuten anzulegen“.

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Parallel dazu verfolgen die Anrainer noch ein weiteres Anliegen – eine Sanierung des Bachbetts samt der teils schon sehr desolaten Ufermauern. Man werde die rechtliche Situation des Gewässers prüfen, erklärte Nairz dazu, es geht also zunächst darum, die Frage der Zuständigkeit zu klären.