Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.07.2015


Biberwier

Automatischer Schranken regelt Ansturm am Blindsee

25.000 Euro investierte die Gemeinde Biberwier am Blindsee. Seit Donnerstag übernimmt die neue Anlage die Parkraumüberwachung.

© PaschingerPkw-Fahrer müssen vier Euro einwerfen, erst dann öffnet sich der Schranken.Foto: Paschinger



Von Simone Tschol

Biberwier – Die Hitzewelle hat Tirol weiter fest im Griff. Wer Abkühlung sucht, strömt entweder ins Freibad – oder versucht an einem der heimischen Seen noch ein Plätzchen zu ergattern. Ein beliebter Treffpunkt – sowohl von Außerferner als auch von Imster Seite – ist der Blindsee in Biberwier.

Während sich der See selbst im Privatbesitz des Lermooser Mohr Life Resort befindet, gehört die Zufahrtsstraße samt Parkplatz der Gemeindeguts-Agrargemeinschaft Biberwier. Schon bislang mussten Nicht-Einheimische beim Parkwärter am Schranken fünf Euro Parkgebühr zahlen. Seit Donnerstagabend erfolgt die Parkraumbewirtschaftung automatisch. Wer zum See zufahren will, muss vier Euro Münzgeld in den Automaten werfen, erst dann öffnet sich der Schranken. „Wenn alle 180 Stellplätze voll sind, dann bleibt der Schranken zu, bis wieder ein Auto ausgefahren ist“, erklärt der Biberwierer Vizebürgermeister und Substanzverwalter der Gemeindeguts-Agrargemeinschaft Josef Schönherr.

Über 25.000 Euro habe sich die Gemeinde die Anlage kosten lassen. Schönherr: „Wir mussten das Problem mit einem automatischen Schranken lösen, weil wir niemanden mehr gefunden haben, der sich an so schönen Tagen raufsetzt und kassiert.“ Nicht nur Schönherr, sondern auch Bürgermeister Helmut Schreyer hofft, dass damit die Parkproblematik entschärft wird. Schreyer: „Wir hatten erst unlängst die Situation, dass der Schranken offen war und nicht nur der Zufahrtsweg, sondern auch sämtliche Ausbuchtungen und Böschungen komplett zugeparkt waren. Autos mussten in der Kolonne im Rückwärtsgang raus. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ein Notfall eingetreten wäre und wir einen Rettungswagen gebraucht hätten. Da hätten sie mich und meinen Vize eingedreht – und das zu Recht.“

Einheimische – und als solche gelten ab sofort nur noch Biberwierer – erhalten bei der Gemeinde eine Karte oder einen Schlüssel. Auch die Einsatzkräfte erhalten eine Zufahrtsberechtigung.

Reich werde die Gemeinde damit aber nicht, winkt Schönherr ab: „Die Einnahmen fließen zur Gänze in die Müllentsorgung, die jedes Jahr Tausende Euro verschlingt, sowie in die Instandhaltung des Uferbereichs.“

Die Schrankenanlage war ein erster Schritt, ein zweiter soll folgen: die Errichtung von WC-Anlagen. Schönherr: „Die Überlegungen dahingehend laufen bereits. Wir werden dafür sicher eine Lösung finden – im Einvernehmen mit Seebesitzer Klaus Mantl. Aber heuer sicher nicht mehr.“

Entlang der Zufahrtsstraße zum See herrscht absolutes Parkverbot. Auch links und rechts der viel frequentierten Fernpassstraße sowie in den Ausbuchtungen wird jedes Parkvergehen von der Polizei rigoros geahndet.