Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.09.2015


Gesellschaft

Reschenbahn fuhr in Südtirols Landtag ein

© WenzelDer Schlosstunnel in Landeck, Relikt der nie gebauten Reschenbahn, ist zugemauert. Bis zum Anschluss an die Vinschgerbahn, die in Mals endet, müsste ein 70 Kilometer langer Schienenstrang gelegt werden.Foto: Wenzel



Landeck, Mals, Bozen – „Die Landesregierung wird aufgefordert, mit dem Bundesland Tirol und dem Kanton Graubünden in Kontakt zu treten, um die Möglichkeiten einer Umsetzung der Bahnverbindung von Mals nach Landeck auszuloten.“ Diesen Antrag, der einstimmig angenommen wurde, haben kürzlich Abgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit in Bozen gestellt.

Die Bahnverbindung über den Reschen würde das Inntal mit dem Vinschgau verbinden und brächte großen touristischen Nutzen entlang der Strecke, heißt es in der Begründung. „Zwischen Mals und Landeck befinden sich die Skigebiete Haideralm, Schön­eben, Nauders, Serfaus-Fiss-Ladis und Fendels, die direkt an die Bahn angeschlossen werden könnten.“ Durch den Anschluss an die Arlbergbahn in Landeck und eine Verbindung mit der rhätischen Bahn würde die Vinschgerbahn über die Reschenbahn auch direkt an internationale Linien angeknüpft. Selbst EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker soll laut dem Nachrichtenportal stol.it von der Bahnlinie Mals – Landeck überzeugt sein.

Heimatforscher und Chronist Robert Klien aus Pfunds erinnert an den Bahnbau der Jahre 1917/18 im Obergricht: „In Tösens sollte ein Regionalbahnhof entstehen. Aus heutiger Sicht ist es zu bedauern, dass die Arbeiten gestoppt werden mussten und der Anschluss an die Arlbergbahn nicht mehr realisiert werden konnte.“ (hwe)