Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Geschichten zum Advent

Junge Tirolerin leistete eine ganz besondere Spende

Die neunjährige Ileana ließ ihre Haare abschneiden, damit ein krebskrankes Kind eine Echthaarperücke bekommt.

Ileana vorher (Bild unten) – und nachher (oben mit Friseurin Patrizia).

© WittingIleana vorher (Bild unten) – und nachher (oben mit Friseurin Patrizia).



Fulpmes – Ein bisschen aufgeregt war sie. Und die Nacht vor dem Friseurtermin war ein wenig unruhig. Doch die neunjährige Ileana wollte helfen. „Damit ein anderes Kind zu Weihnachten eine Freude hat“, wie sie selbstbewusst vom Friseurstuhl aus erzählte. Dann ging es schnell. 37 Zentimeter der wunderschönen dunkelbraunen Haare mussten für den guten Zweck fallen. Daraus macht der Verein Haarfee eine Echthaarperücke für krebskranke Kinder, die sich eine solche nicht leisten können. Die elfte gute Geschichte von Caritas und TT im Advent ist irgendwie eine haarige.

Im Fernsehen habe sie von dem Projekt zum ersten Mal etwas mitbekommen, dann mit Mama Heidi „auf dem Tablet“ ein paar Videos dazu angeschaut. 25 Zentimeter Haare zu einem Zopf zusammengeflochten braucht es mindestens. Also fasst die Familie rund um die Erstkommunion der Neunjährigen den Entschluss, die Haare noch ein wenig wachsen zu lassen. Als man Friseurin Patrizia Schmidt in Fulpmes davon erzählt, war die von der Idee sofort begeistert – und versprach, die Haare kostenlos abzuschneiden.

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- Witting

„Vielleicht machen das auch noch ein paar andere Kinder, wenn sie das jetzt sehen“, sagte Ileana, noch bevor die Schere angesetzt wurde. Um Friseurin Patrizia gleich noch eines für das nun Folgende mitzugeben. „Auf keinen Fall Stirnfransen!“ Alles andere würde dann ja wieder wachsen, sagte die Drittklässlerin. Vier Schnitte und die seit Jahren gepflegten Haare waren ab. „Ich hab mich noch nie so gesehen“, sagte Ileana in ihrer ersten Reaktion. Mama Heidi, Friseurin Patrizia und Tante Andrea waren angetan vom neuen Schnitt. Der auch gleich Vorteile mit sich bringen würde. Föhnen im Schwimmbad würde künftig nicht mehr Ewigkeiten dauern. „Die Oma hat schon gemeint, sie erkennt mich vielleicht nicht mehr“, sagte die Neunjährige. Stolze 37 Zentimeter waren es am Ende. Alles für die gute Sache. Jetzt werden die vier Haarzöpfe eingepackt und nach Wien geschickt – und Ileana hofft, dass ihre Haarspende bei einem Kind ganz schnell ankommt. (mw)