Letztes Update am Do, 10.12.2015 18:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Protest gegen Kraftwerke

Tiroler Greenpeace-Aktivistin in Griechenland wieder frei

Die 21-Jährige war am Mittwoch gemeinsam mit anderen Aktivisten in Griechenland verhaftet worden, nachdem sie auf ein Braunkohlekraftwerk geklettert waren. Ihnen drohen Geldstrafen.

Die Umweltschützer kletterten auf das größte Braunkohlekraftwerk des Landes.

© EPADie Umweltschützer kletterten auf das größte Braunkohlekraftwerk des Landes.



Athen – Eine Tiroler Umweltaktivistin wurde am Mittwoch zusammen mit weiteren Greenpeace-Mitgliedern in Nordgriechenland bei einer Protestaktion von der Polizei festgenommen. Am späten Donnerstagabend wurde die Frau dann wieder freigelassen: Die konkreten Vorwürfe gegen die 21-jährige Tirolerin werden bei einem Gerichtstermin am 17. Dezember verlesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Ziel der Umweltaktivisten war das Kraftwerk Agios Dimitrios in der nordgriechischen Stadt Kozani, das vom Stromkonzern PPC betrieben wird. Die Tirolerin, laut Greenpeace eine ausgebildete Kletterin, und ihre Kollegen stiegen auf das Kraftwerk und harrten 14 Stunden in 130 Metern Höhe aus. Mit dieser Aktion wollten die Umweltschützer für den Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren.

Dass ein PPC-Kraftwerk ins Visier von Greenpeace geriet, ist kein Zufall – der Stromkonzern gilt als Griechenlands größter Verursacher von Treib­hausgasen. Fast die Hälfte des griechischen Stroms wird mit Kohlekraftwerken produziert. Allerdings plant die Regierung in Athen, 20 Prozent des Strombedarfs bis 2020 durch erneuerbare Energien zu decken.

Welche Strafen den Aktivisten drohen, ist unklar. Eine Sprecherin der Umweltschutzorganisation mutmaßt, dass die Tirolerin und ihre Kollegen eine Geldstrafe zahlen müssen. (TT)