Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.01.2016


Kufstein

Eine erfolgreiche Idee, die Menschen bewegt

Die Nachtbuslinie in der Unteren Schranne ist jetzt als Verein organisiert. Die Gemeinden finanzieren den sicheren Heimweg.

© OtterBürgermeister Sepp Ritzer, Chauffeur David Rieder. Renate Hörfarter, Johannes Schwaighofer, LHStv. Ingrid Felipe, BM Dieter Wittlinger und BM Christian Ritzer (von links) mit den beiden Fahrzeugen der Nachtbuslinie „Untere Schranne“ (NBL). Foto: Otter



Von Wolfgang Otter

Niederndorferberg – Am Anfang stand der Wunsch der jungen Bewohner von Niederndorferberg und deren Eltern, eine sichere und möglichst preisgünstige Möglichkeit zu haben, an Wochenenden in der Nacht wieder nach Hause zu kommen. Daraus entwickelten vor rund sechs Jahren Renate Hörfarter und Johannes Schwaighofer sowie deren Team von der Niederndorferberger Liste die Idee einer Nachtbuslinie. Seither hat sich viel bewegt rund um den Bus, nicht nur an die 27.000 Passagiere wurden transportiert, auch die angesteuerten Gemeinden in der Unteren Schranne wurden immer mehr. Mittlerweile sind sogar zwei Busse im Einsatz, um dem Ansturm noch Herr zu werden, einer davon fährt als Neunsitzer nach Niederndorferberg und bringt die Nachtschwärmer vor die Haustüre.

Angesichts der immer höher steigenden Kosten (jährlich an die 115.000 Euro) und der daraus resultierenden Haftung, die bislang die kleine Gemeinde Niederndorferberg trug, wurde nun vorgestern ein Verein gegründet. Obmann ist der Walchseer Bürgermeister Dieter Wittlinger, sein Stellvertreter BM Christian Ritzer, Niederndorf, Hörfarter und Schwaighofer sind als Geschäftsführer tätig. Die Erfolgsgeschichte wird nun auch um einen Partner reicher, auch die Gemeinde Kössen wird sich probeweise anschließen.

Geld für die Linie fließt nicht nur von den Gemeinden, sondern auch von Land und Bund. Für LHStv. Ingrid Felipe steht das System als ein positives Beispiel „für eine universelle Kooperation. Es demonstriert auch, dass ökologische Lösungen Sicherheit und Freiheit gewährleisten – die Freiheit, ein Glaserl mehr zu trinken, und die Sicherheit, mit Profichauffeuren unterwegs zu sein.“

Für die Gemeinde sieht sie auch eine Art Bürgerbindungsprogramm darin, mit dem junge Menschen an den Ort gebunden werden können. Was die Finanzierung des Busses anbelangt, will Wittlinger vorhandenes Potenzial ausnützen. Er spricht dabei einen Beitrag der Tourismusverbände an, die seiner Meinung nach auch einen Nutzen aus der Linie ziehen, aber auch die Gemeinde Rettenschöss, die sich ebenfalls überhaupt nicht beteiligt. Weiters die Gemeinde Erl, die statt des üblichen Beitrags von 8000 Euro oder 10.000 Euro (Kufstein) nur 7000 Euro bezahlt.