Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.01.2016


Bezirk Kitzbühel

St. Johanner Pfarre hat 800 Jahre auf dem Buckel

In einer Urkunde vom 28. Jänner 1216 erwähnte Papst Innozenz III. das erste Mal die Pfarre „Sci Johis“, was so viel heißt wie St. Johann. Die Gemeinde dürfte noch älter sein.

Die Gründung von Gemeinde und Pfarre hängen in St. Johann sehr eng zusammen.

© MühlbacherDie Gründung von Gemeinde und Pfarre hängen in St. Johann sehr eng zusammen.



Von Verena Mühlbacher

St. Johann i. T. – Das Jahr 2016 steht in St. Johann im Zeichen des 800-Jahr-Jubiläums. Ein Grund für große Feierlichkeiten, wobei sich die Erhebung zur Marktgemeinde in diesem Jahr zum 60. Mal jährt. In mehreren Treffen mit Vereinsobleuten ist ein Festprogramm erarbeitet worden, der Schwerpunkt liegt auf drei Wochenenden. Die Fäden dafür laufen bei Peter Fischer, zuständig für Kultur im Gemeindeamt, zusammen.

Deutliche Spuren, die auf die Gründung von St. Johann hinweisen, sind kaum mehr zu sehen. Die Burg Leukenstein am Fuße des Niederkaisers, die im 8. Jahrhundert gebaut wurde, gibt es nicht mehr. Auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert sind die Kirche und der Pfarrhof abgebildet, die von einer Mauer eingefriedet waren. Einen Teil von dieser Mauer sieht man noch vor dem jetzigen Pfarrhof. „Es gab ein paar Häuser entlang der jetzigen Speckbacherstraße, der Rest war Sumpfgebiet und ein Eichenmischwald“, hat Fischer recherchiert. Zum Gemeindegebiet gehörte Oberndorf, die Weiler rechts der Fieberbrunner Ache wurden der Pfarre Kirchdorf zugerechnet.

Die jetzige Dekantskirche ist im Jahr 1732 geweiht geworden. Vorher befand sich das Gotteshaus beim jetzigen Postamt.
Die jetzige Dekantskirche ist im Jahr 1732 geweiht geworden. Vorher befand sich das Gotteshaus beim jetzigen Postamt.
- Verena Mühlbacher

Wie alt die Gemeinde nun ist, lässt sich nicht genau beantworten. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber. Die erste Erwähnung von St. Johann fand aufgrund des Bistums Chiemsee statt, wo die Pfarre als Ur- und Mutterpfarre ausgewiesen ist. Erwähnt ist dort auch die Nachbarpfarre in Kirchdorf. Erste Spuren vermutet Fischer im 7. und 8. Jahrhundert, als eine Holzkirche errichtet wurde, um welche die erste Häuser gebaut worden sind.

Mittlerweile leben knapp 9200 Menschen in der Marktgemeinde, eine neue Höchstzahl. Bei den Festaktivitäten soll das Zusammengehörigkeitsgefühl steigen. „Die Feste sollen identitätsstiftend sein“, erklärt Fischer. In mehreren Vereinssitzungen hat man sich gegen einen großen Festumzug und den damit verbundenen Aufwand ausgesprochen, mehrere kleine Feiern bilden nun das Jubiläumsprogramm.

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Gestartet wird am 24. und 25. Juni, wo der Wochenmarkt in einen mittelalterlichen Markt verwandelt wird, der bis in die Nacht dauern soll. Gaukler und Ritter inklusive. Eine Woche später folgt der landesübliche Empfang mit LH Günther Platter und Erzbischof Franz Lackner, wo vor allem die Musik- und Kulturvereine an der Umrahmung mitwirken.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das alljährliche „Jaggasn“, das Fest der Vereine am Samstag, den 9. Juli. „Wir wollen das Fest mehr aufbrezeln“, erzählt Fischer und ergänzt, dass es einige Adaptierungen geben wird. Gedacht ist auch, den schönsten Stand des Fests zu prämieren. „Damit schaffen wir auch Nachhaltigkeit für die kommenden Jahre“, erklärt Fischer. Eingebunden sollen dort auch die Partnerstädte aus Finnland, Italien, Amerika und Deutschland werden.

Damit ist mit den Feiern noch nicht Schluss, einige der mehr als hundert Vereine im Ort planen weitere Veranstaltungen.