Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.02.2016


Reutte

Streit um Schneeablage ist im Hochtal gerichtsanhängig

Zank um Schneedepot führt zu Zerwürfnis in Nesselwängle. Hotelier Peter Zotz ortet Willkür, BM Klaus Hornstein will dazu nichts sagen.

null

© Nikolussi



Von Hans Nikolussi

Nesselwängle/Haller – „Da hat mir die Gemeinde ein ‚wunderschönes‘ Geschenk zur goldenen Hochzeit gemacht“, meint der Seniorchef des Hotels „Laterndl-Hof“, Peter Zotz, mit einem kräftigen Seitenhieb auf die Gemeindeführung seines Heimatortes. Der Pionier des Tourismus im Tannheimer Tal und Kammerfunktionär ist ziemlich sauer auf Bürgermeister Klaus Hornstein. Es geht um die Schneeräumung auf seinen Parkplätzen und das Deponieren des „weißen Goldes“ auf Flächen, wie das praktisch ein halbes Jahrhundert klaglos funktioniert habe. Nun sei auf einmal alles anders, meint der Hotelier erzürnt. „Um die Sicherheit rund um das Hotel sicherzustellen, müssen große Flächen vom Schnee befreit werden. Nach dem Verbot, diese Mengen auf meiner ehemaligen Grundparzelle gegenüber dem Hotel abzuladen, müsste man rund einen Kilometer Umweg über schmale Gassen fahren, um zum eigenen Grundstück zu kommen. Das kann doch keinem zugemutet werden. Ich betrachte das als eine Schikane des Bürgermeisters und habe daher die Konsequenzen gezogen und bin aus dem Gemeinderat ausgetreten. So wirtschaftsfeindlich kann man doch in einer Tourismusgemeinde nicht sein.“

Auslöser des erbitterten Streits dürfte das Grundzusammenlegungsverfahren gewesen sein. Dabei wurde das betreffende Grundstück der Gemeinde zugeschlagen, was dann zum Verbot der Ablagerung durch die Gemeinde führte. Der erzürnte Hotelier ortet auch bei der Zusammenlegung von Seegrundstücken Willkür und sieht sich benachteiligt. Die Angelegenheit ist gerichtsanhängig. Bürgermeister Klaus Hornstein wollte auf Anfrage der TT keine Stellungnahme abgeben.