Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 06.03.2016


Weltfrauentag

„Eine andere Welt ist möglich“

Im Vorfeld des Weltfrauentages machte bereits gestern eine große Demo in Innsbruck lautstark auf anhaltende Ungerechtigkeiten aufmerksam.

© Julia Hammerle



Innsbruck – Am 8. März ist Weltfrauentag. Und bereits gestern kam es in Innsbruck zu einer lautstarken Manifestation für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Gesellschaftsbereichen sowie gegen Sexismus und Gewalt: Die „Frauenvernetzungsgruppe für Begegnung und Austausch“, in der über 30 Tiroler Frauenorganisationen an einem Strang ziehen, mobilisierte rund 200 Personen für einen bunten Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Zentrale Themen waren die Forderung nach Einkommensgerechtigkeit – in Österreich geht die Schere zwischen Frauen und Männern im internationalen Vergleich besonders weit auseinander – oder der Kampf gegen sexuelle und innerfamiliäre Gewalt. „Es geht um alle Forderungen, die Frauen seit über 100 Jahren stellen und die noch nicht erfüllt sind“, bilanziert Monika Jarosch, Obfrau des Vereins AEP (Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft). Besonders wichtig sei, dass „marginalisierte Gruppen wie Migrantinnen oder Frauen mit Behinderung über ihre Probleme diskutieren können“.

Im Fokus stehen aber auch die Forderung nach geschlechtergerechter Berichterstattung in den Medien oder die Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung im Konflikt mit dem türkischen Staat. „Die zentrale Botschaft lautet: Eine andere Welt ist möglich“, so Jarosch. Auch in den kommenden Tagen wartet ein dichtes Veranstaltungsprogramm – mit Straßenaktionen, Filmen und Vorträgen (Info: aep.at/internationaler-frauentag-2016). (md)

Begleitet von den rasanten Klängen des „StreetNoiseOrchestra“ zogen sie durch die Innsbrucker Innenstadt.
- Julia Hammerle