Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.07.2016


Tirol

Nach dem Schuljahr: Mit Vollgas in die Ferienzeit

Eine positive Bilanz zieht man seitens des Landesschulrats zum abgelaufenen Schuljahr. Der Trend zur AHS hält auch in den Prognosen für den Herbst an. Insgesamt gehen die Schülerzahlen weiter zurück.

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Innsbruck – Falcos „Nie mehr Schule“ läuft dieser Tage wieder einmal auf Powerplay. 93.118 Tiroler Schüler freuen sich auf neun Wochen Ferien und fiebern schon der morgigen Zeugnisverteilung entgegen. Geschafft. Und da ist es ganz egal, ob drei Kinder wie in Spiss oder Ochsengarten eine Schule besuchen, oder an den großen weiterführenden Schulen in Innsbruck Hunderte Jugendliche auf das Läuten der Schulglocke warten. Auch für Tausende Tiroler Lehrer bedeuten die Sommerferien Zeit zur Erholung und Entspannung.

„In diesem Schuljahr wurde an Tirols Schulen wieder hervorragend gearbeitet und zur Förderung und Bildung unserer Kinder und Jugendlichen sehr viel geleistet“, erklärten LH Günther Platter und Bildungslandesrätin Beate Palfrader gestern in einer Aussendung. Ein Rückblick auf die abgelaufenen Monate zeigt, dass die Zahl der Pflichtschüler in Tirol weiter zurückgeht. An den weiterführenden Schulen steigt die Schülerzahl hingegen voraussichtlich an. Insgesamt werden laut einer ersten Prognose im Herbst 92.747 Kinder und Jugendliche wieder ihre Schultasche packen – das wären im Vergleich zu heuer insgesamt 371 Schüler weniger. Eine besondere Herausforderung durch die Integration von schulpflichtigen Asylwerbern habe man in den vergangenen Monaten an den Schulen gut gemeistert. Palf­rader: „Asylwerbende Kinder und Jugendliche sollen in Tirol eine Heimat finden und sich bei uns eine Zukunft aufbauen können. Bildung ist dazu der Schlüssel.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Schuljahres bildete laut der Bildungslandesrätin die Stärkung der Berufsorientierung. Zwei besonders sichtbare Resultate waren das Entstehen der Plattform „Berufsreise.at“ und der „Tag der Lehre“.

Positive Bilanz kann nicht in jeder Familie gezogen werden. Der Prozentsatz der Schüler, die das Schuljahr positiv abgeschlossen haben, lag heuer etwas unter jenem des Vorjahres. 92,6 % sind berechtigt, in die nächsthöhere Klasse einer weiterführenden Schule aufzusteigen. Von den verbleibenden 7,4 Prozent haben 5,1 % der Schüler zu Schulbeginn die Chance, durch Ablegen positiver Wiederholungsprüfungen den Aufstieg ebenfalls zu schaffen. Nur 2,3 Prozent sind nicht zum Aufsteigen berechtigt, weil sie drei oder mehr „Nicht genügend“ haben. Zum Vergleich: Im Vorjahr schafften 92,9 Prozent der Kinder den Abschluss auf Anhieb. 2013 waren es dagegen nur 88 Prozent.

Bei den Schultypen zeigen die Prognosen für das kommende Schuljahr die Fortsetzung des Trends hin zum Gymnasium. Die Neuen Mittelschulen erwarten rund 20.300 Schüler – um 250 weniger als heuer. Die AHS rechnen mit 14.789 Schülern – insgesamt ein Plus von 351 Schülern. Bei HTL und HAK/HASCH gibt es ab Herbst ebenfalls weniger Schüler. Über 200 Schüler werden wohl eine Polytechnische Schule besuchen.

Die viel diskutierten Ergebnisse der Zentralmatura beschäftigten heuer auch die Landesschülervertretung. Wie berichtet schnitten die Tiroler Maturanten dabei äußerst unterschiedlich ab – auch hier bleibt abzuwarten, wie sich die Prüfungstermine im Herbst auf das Ergebnis auswirken. „Ernsthaft über eine zentrale Korrektur bzw. eine teilzentrale Matura nachzudenken“, fordert der scheidende Landesschulsprecher Max Hagenbuchner. Positiv steht er der, mit der Bildungsreform geplanten, Auflösung des Kollegiums des Landesschulrats gegenüber. „Die Auflösung ist ein Schritt zur Entpolitisierung des Bildungssystems und bietet die Chance, den Schulpartnern mehr Verantwortung zu übertragen.“ Auch in Sachen Modellregion gemeinsame Schule habe man klar Stellung dagegen bezogen und hoffe, „dass das Thema vom Tisch“ ist. (TT, mw)

Schüler: 51.577 Kinder und Jugendliche besuchten im Schuljahr 2015/2016 eine allgemein bildende Pflichtschule. Ab Herbst werden es voraussichtlich 51.299 Schüler sein. 11.800 gesuchten heuer eine der 20 Tiroler Fachberufsschulen. Auf einer weiterführenden Schule gibt es morgen für 29.661 Schüler ein Zeugnis.

Lehrer: Rund 7000 Lehrer gibt es an Pflichtschulen, 524 an den Fachberufsschulen. 3493 Pädagogen unterrichtetn es an den weiterführenden Schulen. Knapp 300 Junglehrer für Pflichtschulen waren in Ausbildung.

Schulen: In Tirol gab es im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 370 Volksschulen, 105 Neue Mittelschulen, 29 Polytechnische Schulen und 26 Sonderschulen.Von den 370 Volksschulen sind im kommenden Schuljahr 191 mindestens vierklassig.