Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.08.2016


Bezirk Schwaz

In Jenbach wächst der Frieden

Projekt „Wikipedia for Peace“ bringt junge Menschen aus elf Ländern zusammen.

© Service Civil International ÖsteIn Jenbach schreiben derzeit 15 junge Menschen in verschiedenen Sprachen über Frieden auf Wikipedia.Foto: Philip Kopetzky



Jenbach – Für zwei Wochen finden sich in Jenbach 15 junge Menschen aus Europa und Asien zusammen, um gemeinsam in ihren jeweiligen Muttersprachen Wikipedia-Artikel zum Thema Frieden zu schreiben. Ziel des Projekts „Wikipedia for Peace“ ist es, die Themen Frieden und Gerechtigkeit stärker im Internet sichtbar zu machen. Organisiert wird es von den zwei Vereinen Service Civil International (SCI) und Wikimedia.

„Wir finden, Wikipedia hat noch nicht genügend Inhalte zu Friedensthemen, kann aber durch seine große Reichweite dazu beitragen, dem Thema gerade in Zeiten wie diesen mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, so der Organisator Thomas Schallhart aus Terfens von der Friedensorganisation Service Civil International Österreich. Junge Menschen aus Ländern wie Israel, Vietnam, Syrien, Bulgarien und Spanien schreiben neue Artikel in insgesamt 13 Sprachen.

2015 hat das Projekt erstmals in Wien stattgefunden. Dieses Jahr liegt der Fokus auf dem Thema Umweltgerechtigkeit, wofür Tirol mit seiner reichen Natur und den dazugehörigen Konflikten einen guten Ausgangspunkt bietet. Schallhart fand in Jenbach die geeigneten Räumlichkeiten dafür.

„Wir kommen alle aus unterschiedlichen Ländern, aber überall gibt es Umweltprobleme. Vielleicht können wir so einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Welt besser zu machen“, erklärt eine polnische Teilnehmerin. Das Projekt ist ein typisches „Workcamp“, wie der Service Civil International sie sonst eher offline in Nationalparks oder sozialen Einrichtungen organisiert: Die internationale Gruppe arbeitet für zwei Wochen ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Zweck, lebt in einer einfachen Unterkunft und verpflegt sich selbst.

Die Reisekosten haben die 15 Teilnehmer selbst übernommen, der Rest wird von Wikimedia Österreich und Service Civil International finanziert. (TT)