Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 28.08.2016


Osttirol

Beim TT-Café in Lienz ging es heiß her

Unter blauem Himmel und bei hochsommerlichen Temperaturen servierte das Frühstückstour-Finale alle Zutaten für einen gelungenen Start in den Tag.

Das TT-Café in Lienz bildete den Abschluss der heurigen Frühstückstour durch Tirol.

© FunderDas TT-Café in Lienz bildete den Abschluss der heurigen Frühstückstour durch Tirol.



Von Claudia Funder

Lienz – Bevor der Herbst auflebt, die Schulsachen hervorgekramt und die kurzen Hosen verstaut werden, wurde in Lienz noch zu einem ausgedehnten Outdoor-Frühstück geladen. Das TT-Café machte gestern auf dem Hauptplatz Station und lud beim Finale der Tour durch die Tiroler Bezirke zum Stelldichein.

Easy Going war vor der Liebburg angesagt. Der Ansturm auf das beliebte Open-Air-Event war groß. Die Leser wurden mit Kaffee von Wedl/Testa Rossa, erfrischendem Montes-Mineralwasser und ofenfrischem Gebäck von der Hofer Backbox verwöhnt.

Für den guten Ton und beste Frühstückslaune sorgte die Formation Prime Time mit ihrem Hit-Mix. Durch den Vormittag führte in gewohnt charmanter Art Moderatorin Margit Bacher.

Das Frühstück im Freien versprach aber auch informativ zu werden: TT-Chefredakteur Alois Vahrner bat eine Auswahl an Gästen zu sommerlich-entspannten Interviews.

Der Auftakt war sportlich, erklommen doch gleich zu Beginn zwei Athletinnen die Bühne – beide 22 Jahre jung und höchst erfolgreich.

Die Faszination des Laufens liegt für die mehrfache Staatsmeisterin Susanne Mair aus Assling in der Bewegung in freier Natur. „Beim Berg­lauf geht man an seine Grenzen, aber wenn man am Ziel ist, macht das die ganze Anstrengung wett“, erzählt die Pharmazie-Studentin, die nach einem Unfall und Wochen im Rollstuhl mit viel Disziplin den Weg zurück zum Erfolg schaffte. „Es ist fast wie ein kleines Wunder“, freut sie sich über die wiedergewonnene Top-Form und erklärt: „Der Berglauf ist international und würde es verdienen, olympisch zu werden.“ Auf Mair wartet im September die WM in Bulgarien, bevor eine Saisonpause ansteht.

Für Rio de Janeiro hat es für Schwimmtalent Christina Nothdurfter aus Gaimberg heuer zwar nicht gereicht, aber sie feilt bereits an großen Zielen. Die Lehramtstudentin ist Österreichs schnellste Schwimmerin über 50 Meter Brust. „Ich möchte mich für die WM in Kanada, die im Dezember stattfindet, qualifizieren“, verriet sie. Täglich außer Sonntag verbringt Nothdurfter Stunden im Becken, zusätzlich steht viel Krafttraining auf dem Programm. Noch etwas Zeit bleibt für einen besonderen Wunsch: „Ich will mich auf 100 Meter Brust spezialisieren und in vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten.“

Kulturell ging es beim TT-Café weiter. Der Singer/Songwriter Norman Stolz aus St. Jakob nahm gemeinsam mit Leo Gomig, Obmann des Vereins „Curatorium pro Agunto“, auf der Bühne Platz. Der Sänger, der bei Universal München unter Vertrag ist, wohnt in Innsbruck. „Ich komme aber oft nach Osttirol, die Musik entsteht hier“, erzählt er. Warum er auf deutsch singt? „Die Leute hören mehr zu“, antwortet der Musiker, der oft live auftritt. Ein Millionenpublikum erreichte der 29-Jährige bei der „Starnacht am Wörthersee“. Und der Herbst hat es in sich. „Am 16. September erscheint die erste CD“, freut sich Stolz. Dann geht es mit dem neuen Album im Gepäck auf Deutschland- und Österreich-Tour.

Als Leo Gomig in Aguntum, einzige Römerstadt auf dem Boden des heutigen Tirol, vor gut zwei Jahrzehnten begann, die Fäden zu ziehen, gab es hier gar nichts, „keine Struktur, kein Eigentum, keine Schaufel“, wie er erzählt. Seit der Vereinsgründung 1994 flossen 14 Mio. Euro in die Kulturstätte. „Wir haben keine Schulden“, betont Gomig, der unermüdlich Geld für seine Vorhaben auftreibt, um das historische Erbe nicht nur zu erhalten, sondern vor allem attraktiv zu präsentieren. „Ich hoffe, dass die Realisierung des archäologischen Landschaftsparkes in zwei Jahren abgeschlossen ist“, so Gomig. Er will Aguntum damit auch touristisch auf eine völlig neue Stufe heben.

Viel Applaus war den jungen Bewegungstalenten Jonas Bachmann, Lara Possenig, Laura Bergmann und Bernhard Steiner von der Tanzschule Valeina Dance sicher, die einen Auszug ihres Könnens präsentierten. „Sensationell“, verlieh auch Moderatorin Margit Bacher ihrer Begeisterung Ausdruck.

Im Finale der Gesprächsrunden standen zwei Gemeindeoberhäupter Rede und Antwort. „Hausherrin“ Elisabeth Blanik, die ein Ministeramt in der Riege von Bundeskanzler Kern ablehnte und vor Kurzem das Gelöbnis einer Wallfahrt, falls ihr die Bürgermeisterstichwahl erspart bleibe, einlöste, erklärte: „Mein Hauptaugenmerk ist die Stadt Lienz, aber auch die Arbeit im Landtag macht mir sehr viel Freude.“ Und sie verriet: „Ich wäre gerne SPÖ-Klubobfrau.“ Das Lienzer Hallenbad sei ein Projekt, auf das der ganze Bezirk viele Jahre gewartet habe. „Die Eröffnung ist mit Ende November terminisiert, das werden wir auch schaffen.“ Der Hauptplatz, der ganzjährig Fußgängerzone werden wird, soll nun auch im Oktober und November bespielt werden. „Ich lade alle ein, Ideen zu liefern, um den Platz mit Leben zu füllen“, ergänzte Elisabeth Blanik.

Ingo Hafele, Ortschef in St. Jakob und mit 26 Jahren jüngster im Bezirk, berichtete von den Veränderungen in seinem Leben seit der Wahl. „Vorher hatte ich einen normalen Beruf, nun bin ich rund um die Uhr erreichbar.“ Dennoch mache ihn die aktuelle Situation glücklich, auch weil die Bevölkerung hinter ihm stehe. Vor allem touristisch will er für einen Aufschwung sorgen. „Wandern alleine reicht nicht aus.“ Parteiunabhängig will Hafele auch weiterhin bleiben.

Die jüngsten Besucher vergnügten sich beim Malen und 4-Gewinnt-Spielen in Tonis Kinder­ecke. Gegen Ende des TT-Cafés wurde es nochmals spannend. Dank der Glücksengel Anabel und Amelie konnten Maria Hörtnagl aus Assling einen Hotelgutschein vom „Das Sieben“ und Raimund Wieser aus St. Jakob eine Testa-Rossa-Kapselmaschine mit nach Hause nehmen.

Auf der TT-Frühstückstour durch Tirol wurden 19.100 Becher Kaffee von Wedl/Testa Rossa, 6670 Flaschen Montes-Mineralwasser und 13.600 Stück Gebäck der Hofer Backbox genossen.




Kommentieren


Schlagworte