Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 04.09.2016


Tirol

Von Vorzeigeschulen und vielen Hausaufgaben

© Julia HammerleSymbolfoto.



Innsbruck – Mehr Förderunterricht, bessere Unterstützung für Schulen mit Flüchtlingskindern und insgesamt mehr Ehrlichkeit in der Bildungspolitik: Zum Schulbeginn ab morgen Montag macht Peter Retter, Elternvertreter für Pflicht- und allgemeine höhere Schulen (AHS) in Tirol, auf einige Problembereiche aufmerksam – manche davon seit Jahren ungelöst.

„Politische Sonntagsreden“ über das gut funktionierende Schulsystem hat Retter satt: „Sicher gibt es auch einige Vorzeigeschulen in Tirol, aber der Großteil hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Dort herrscht Mängelverwaltung.“ Auf der Strecke blieben besonders schwächere Schüler, für Förderstunden gebe es zu wenige Ressourcen. Die Begabtenförderung falle in Tirol überhaupt unter den Tisch, meint der Elternvertreter.

Retter lobt das große Engagement vieler Schulen mit Flüchtlingskindern: „Das geht weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus.“ Leider seien sie häufig auf sich allein gestellt und bräuchten mehr Unterstützung.

Von Schülerseite tritt der neu gewählte Landesobmann Max Hagenbuchner (Schülerunion) dafür ein, dass „Überzeugungen wie die Chancengerechtigkeit und der Leistungswille an unseren Schulen nicht verloren gehen dürfen. Schule kann mehr!“ Auch im Bereich der Integration bestehe großer Handlungsbedarf, der nur mit Hilfe von Psychologen und Sozialarbeitern bewältigt werden könne. Die Schülerunion, größte Schülerorganisation Österreichs, stellt in Tirol alle 18 Mandate der Landesschülervertretung. (ms)