Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.11.2016


Gesellschaft

Ein „Central Park“ und 105 Mio. €

MCI-Neubau in Innsbruck soll Ende 2018 starten. Land sieht keinen finanziellen Spielraum.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Für MCI-Rektor Andreas Altmann ist gestern „ein Traum“ in Erfüllung gegangen. Mit der Kür des Siegerprojektes für einen MCI-Neubau in der Innsbrucker Kaiserjägerstraße kann Altmann seine fünf verstreuten Standorte auf einen vereinen. Derzeit muss das MCI für alle Standorte Miete zahlen.

Wie bereits berichtet, setzte sich der Entwurf des Wiener Architektenbüros Loudon Habeler & Partner unter 88 Einreichungen in einem offenen EU-weiten Wettbewerb einstimmig durch. Das Gebäude zeichne sich insbesondere durch seine stimmige Abfolge von Freiräumen, unterschiedlichen Höhen (bis zu 40 Meter) und Volumina, aber auch innenliegenden Terrassen ebenso wie seine Öffnung in Richtung Hofgarten aus, hieß es bei der gestrigen Präsentation. Altmann sprach sogar von der Chance auf eine Art „Central Park“ für Innsbruck. Weiterzuentwickeln sei insbesondere die Fassade, so die Jury.

Platz sollen im neuen MCI bis zu 3000 Studierende in 300 Räumen haben. Die Tiefgaragen sollen nicht nur Raum für 40 (Touristen-)Busse, sondern auch für 200 Pkw schaffen. Diskussionsbedarf bestehe noch hinsichtlich der Einfahrtssituation, heißt es. Der Fenner-Fußballplatz wird um 90 Grad gedreht und baulich umrahmt. Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) sprach davon, dass dieser Standort „ein architektonisches Ausrufezeichen durchaus verträgt“.

Von der „größten Investition in den Bildungsstandort Tirol seit Jahrzehnten“ sprach Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf (VP), von der „größten Hochbaustelle des Landes“ Innsbrucks BM Christine Oppitz-Plörer (FI). Das Land trägt die per Regierungsbeschluss bereits freigegebenen 80 Mio. Euro bei. Mehr will Zoller-Frischauf aber tunlichst nicht ausgeben – hierfür gebe es „keinen Spielraum“ mehr. 25 Mio. Euro entfallen auf die Stadt. Der Spatenstich soll Ende 2018 erfolgen, die Fertigstellung Mitte 2021. Auch die Polizei will am benachbarten Areal Ende 2018 mit dem Sicherheitszentrum starten. Für Land und Stadt kein Problem. Weil Oppitz-Plörer den Zeitplan der Bundesimmobiliengesellschaft für das Polizeizentrum schlicht für nicht realistisch hält.