Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 06.11.2016


Tirol

Ausgezeichnetes Projekt zur gelebten Vielfalt

© Brugger



Innsbruck – Immer wieder wird auch von Politikern darüber lamentiert, dass die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino nicht Fahrt aufnehme. Das Projekt „Diversity4Kids“ ist ein Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit funktioniert, und das auf einer grundlegenden Ebene: den Schulen.

Initiiert vom Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) und in Kooperation mit der Europäischen Akademie B+ozen haben Trainer zwischen 2012 und 2014 über 100 Schulworkshops in der Euregio durchgeführt. Im Frühjahr 2016 wurde „Diversity4Kids“ überraschend als europäisches Vorzeigeprojekt beim RegioStar2016-Wettbewerb nominiert und ausgewählt. Am 11. Oktober nahm Projektleiter Armin Brugger die hohe Auszeichnung für das gesamte Team in Brüssel entgegen. „Es ist natürlich eine tolle Anerkennung für unsere Arbeit und sie zeigt, dass man wirklich grenzüberschreitend Dinge auf die Beine stellen kann“, sagt Brugger. Es geht in den Workshops, die vom ZeMiT und dem Info-Eck angeboten werden, darum, für Schüler zwischen 8 und 14 das Thema Vielfalt spielerisch zu behandeln. Gearbeitet wird unter anderem mit Theatermethoden. „Der Zusammenhalt in den Klassen wird dadurch merklich verbessert“, freut sich Brugger.

Trainer Stefan Freytag berichtet, dass die Workshops vor allem in Klassen, die bunt durchmischt sind, gut angenommen werden. „Meistens wenden sich Lehrer an uns, etwa wenn in der Gemeinde eine Flüchtlingsunterkunft aufmacht und Schüler mit Migrationshintergrund in die Klasse kommen. Am Montag bin ich aber zum Beispiel in einer Klasse mit einer blinden Schülerin.“

Bei einem Workshop wurden Gymnasiasten aufgefordert, ein Symbol für Vielfalt mitzubringen: Da waren ein Handy, Farben und ein Schlüssel dabei. Ein Flüchtling aus Somalia resümierte den zweistündigen Workshop so: „Vielfalt ist das Leben.“ Unter www.diversity4kids.eu gibt es Infos und elf Geschichten der Vielfalt zum Lesen und Anhören. (pla)