Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.11.2016


Gesellschaft

Schutz und Hilfe mit Auszeichnung

Die politische und militärische Spitze der Landesverteidigung ehrte gestern in Innsbruck Soldaten und Bedienstete des Bundesheeres für herausragende Leistungen. Ein Sonderpreis ging heuer nach Tirol.

Stolz präsentierten die Geehrten ihre Trophäen. Der Preis wurde gestern in sieben Kategorien vergeben.

© Julia HammerleStolz präsentierten die Geehrten ihre Trophäen. Der Preis wurde gestern in sieben Kategorien vergeben.



Innsbruck – Zivilcourage und Ideenreichtum, außergewöhnliche militärische Leistungen, besondere Initiativen oder soldatische Tugenden. Wer sich heuer in diesen Bereichen beim österreichischen Bundesheer besonders hervorgetan hatte, durfte sich gestern bei der Matinee „Militär des Jahres 2016“ in der Innsbrucker Messe Hoffnungen auf eine besondere Auszeichnung machen. In sieben Kategorien waren Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbedienstete nominiert, die Preise wurden in feierlichem Rahmen übergeben.

Ein Sonderpreis des Bundesministers für Landesverteidigung und Sport ging dieses Jahr an das in Lienz und St. Johann in Tirol beheimatete Hochgebirgsbataillon 24. Im heurigen Sommer hatte sich Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bei einem Besuch in Lienz selbst ein Bild von der Einsatzbereitschaft der Truppe gemacht und war gestern voll des Lobes für das Bataillon. Es wurde daher für besondere Leistungen in der Ausbildung und Einsatzvorbereitung als Hochgebirgsbataillon ausgezeichnet. Es gehört zum zukünftigen Kommando Gebirgskampf und ist mit ein Träger der internationalen Mountain Training Initiative im Rahmen des EU-Projekts pooling and sharing.

In der Kategorie „Rekrut des Jahres“ wurde der Gefreite Mustafa Alicioglu aus Wien ausgezeichnet. Er war im Juni einer Polizistin außer Dienst bei einer Auseinandersetzung mit einem Mann bei einer U-Bahn-Station zur Hilfe geeilt und hatte sie so wohl vor größerem Schaden bewahrt. Als „Zivilbediensteter des Jahres“ kam Oberstleutnant Klaus Peer vom Streitkräfteführungskommando Graz zu Ehren. Sein Engagement und Fachwissen habe wesentlich dazu begetragen, dass sich seit Beginn des derzeit laufenden sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes „Migration, hilfs- und schutzbedürftigte Fremde in Österreich“, viele Milizsoldaten für den Einsatz zur Verfügung gestellt haben. „Soldat des Jahres“ darf sich Zugsführer Josef Amer seit gestern nennen. Der Niederösterreicher hat sich beim Assistenzeinsatz „Migration“ im Burgenland durch seinen persönlichen Einsatz ausgezeichnet. Durch seinen familiären Hintergrund konnte er sich fließend auf Arabisch und Englisch verständigen und wurde so rasch eine Schlüsselfigur in der Kommunikation mit hilfsbedürftigen Flüchtlingen und Migranten. Für sein engagiertes und vor allem erfolgreiches Werben um Freiwillige zu Milizübungen durfte Wilfried Tassenbacher aus Saalfelden eine Trophäe mitnehmen. „Einheit des Jahres“ ist das zentrale Transportmanagement des Kommandos Einsatzunterstützung Wien. Das gesamtstaatliche Transportmanagement hat sich am Höhepunkt der Flüchtlingskrise durch sein Management im logistischen Bereich besonders hervorgetan. Ausgezeichnet wurde außerdem noch das Aufklärungsbataillon 3 in Mistelbach/NÖ, weil es mit 160 Läufern das größte Kontingent beim Laufevent „Wien Energie Business Run“ stellen konnte.

In seinen Grußworten unterstrich Landeshauptmann Günther Platter den Stellenwert des Bundesheeres in Tirol und lobte angesichts der aktuellen Sicherheitslage die Tatsache, dass künftig wieder mehr Geld für die Truppe zur Verfügung stehen wird. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil nahm den Faden auf und erinnerte daran, dass in den zehn Jahren vor seinem Amtsantritt im Jänner 2016 beim Bundesheer unterm Strich Mittel in der Größenordnung eines ganzen Jahresbudgets eingespart worden waren.

Neben den neuen Budgetmitteln seien aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Soldatinnen und Soldaten die wichtigsten Ressourcen des Österreichischen Bundesheeres. Und deren Leistungen gelte es, regelmäßig zu würdigen. (np, TT)

Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil (rechtes Bild, l.) und LH Günther Platter (r.) gratulierten Bataillonskommandant Bernd Rott, der den Sonderpreis für das Hochgebirgsbataillon 24 entgegen nahm.
Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil (rechtes Bild, l.) und LH Günther Platter (r.) gratulierten Bataillonskommandant Bernd Rott, der den Sonderpreis für das Hochgebirgsbataillon 24 entgegen nahm.
- Julia Hammerle